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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-3 / Flöhe
zuzulegen. Fische haben keine Flöhe, und es besteht immer noch die Möglichkeit der Wahl
zwischen einem Katzen- oder Hundefisch (R
UST
in M
ALLIS
1991).
6.6. Schädlingsbekämpfer:
Eine gleichzeitige Behandlung der Haustiere und gründliche Reinigung der befallenen Objekte muß
als Voraussetzung für jegliche Behandlung sichergestellt werden können. Dazu empfiehlt sich die
ständige Zusammenarbeit mit einem Gebäudereiniger und evtl. einem Tierarzt. Die Methoden sind
im Wesentlichen oben beschrieben. Dampfreiniger, Staubsauger und Infrarotwärme in Verbindung
mit der Gebäudeabdichtung sollten grundsätzlich ausreichen.
Es gibt allerdings Situationen, in denen trotz gutem Willen des Kunden die Fähigkeit zur
Kooperation nicht erwartet werden kann. In solchen Situationen, die die absolute Ausnahme
bleiben müssen, kann u.U. eine Pestizidanwendung das geringste Übel sein. Bei der Entscheidung
für den Gifteinsatz muß jedesmal neu bedacht werden, daß die Flöhe, wenn sie einmal resistent
sind, für Pestizide unerreichbar werden!
Repellierende Pestizide sind zur Flohbekämpfung auf Teppichen und
Teppichböden ungeeignet, da die Flöhe nicht darauf sitzen bleiben
(H
INKLE
1992).
Mögliche Ausnahmen sind Borsäure und Silikagel, sowie Wachstumsregler, sowie manche wasser-
aufschwemmbare Pulver und Mikrokapsel-Präparate.
Unter den Wachstumsreglern ist Methopren mit Abstand am wirksamsten, verdampft aber und
breitet sich in saugfähigen Materialien aus. Fenoxycarb und Pyriproxyfen wirken etwas weniger
stark, verdampfen aber nicht.
Silikagel, Fenoxycarb, Methopren, Propoxur kommen als Staub oder wettable powder in Frage.
Emulsionskonzentrate sind auf Teppichen unbedingt zu vermeiden, da diese aufgesaugt werden
können; verdampfende Wirkstoffe sollte der Fachmann meiden, da sie ebenfalls in Textilien
einziehen können.
6.7. Sonderfälle
6.7.1. Flöhe von verwilderten Haustieren und Wildtieren:
In manchen Situationen kann nach dem derzeitigen Kenntnisstand eine chemische Bekämpfung
sinnvoll werden:
- Singvögel: Nach dem Flüggewerden der letzten Jungvögel bleiben die Flöhe im Nest zurück
und stürzen sich auf den ersten Besucher im nächsten Frühjahr. Das läßt sich u.U. mit einem
leicht dauerwirksamen Insektizid verhindern. Künstliche Schwalben-Nisthilfen und Meisen-
Nistkästen kann man im Herbst reinigen, Nistmaterial kompostieren; bei Reinigung im
Frühjahr Nistmaterial verbrennen.
- verwilderte Haustauben: Nach dem Aussperren von Tauben aus Speichern kann eine
Flohbekämpfung notwendig werden.
- verwilderte Hauskatzen ziehen sich zum Sterben oft in dunkle Ecken zurück und verursachen
so Flohplagen unter den Bewohnern der Gebäude: Katzensicherung der Gebäude, Fangen,
entflohen, Kellerreinigung, evtl. Wachstumsregler (Fenoxycarb, Methopren)