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Mäuse / Anhang B-4
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E. Scholl (1995)
Bei Mäusenestern in Neubauten handelt es sich oft um Freilandmäuse, deren Revier durch den
Neubau besetzt wurde.
4. Schaden, Gesundheitsgefahren
Gesundheitsgefahren, Übersicht s. H
OFFMANN
in I
GLISCH
1981, S. 169 ff. Gelbhalsmaus, Wald-,
Feldmaus sind Blutspender für Zecken, Reservoir für Lyme disease (-> Zecken).
Mäuse können beträchtlichen Sachschaden anrichten, mehr durch Verunreinigung als durch Fraß;
Beunruhigung durch nächtliches Umherlaufen, besonders bei Massenvermehrung. Weiterhin
bereiten sie das Terrain für Ratten vor.
5. Ausbreitungsstrategie
Im natürlichen Lebensraum breiten sich die Jungtiere jeweils vom Nest aus nach außen hin aus,
wohin sie von dominanten Eltern verdrängt werden.
Im menschlichen Lebensraum werden die Mäuse mit den Vorräten in denen sie leben verbreitet,
wenn die Menschen diese transportieren. Bei starker Vermehrung breiten sich die Jungtiere, die das
fortpflanzungsfähige Alter erreichen, selbständig auf angrenzende Räume aus (bis zu 200m täglich,
2km in einigen Tagen (N
IETHAMMER
1978).
Mäuse vermehren sich nur dann, wenn sie auch ein Revier haben. Sobald sie ein Revier besetzen
können, vermehren sie sich genau in dem Maße, wie Nahrung und Lebensraum dies erlauben. Jede
Art von Streß führt umgehend zur Absenkung der Vermehrungsrate (z.B. hohe Bevölkerungsdichte,
Hunger, Störungen, Hitze).
6. (Stellung im Tierreich, )Artenzahl
Die aus Asien stammenden Hausmäuse, die recht eng an den Menschen gebunden sind, haben
zahlreiche, regional überlappende Unterarten gebildet. Außerdem gibt es etliche Arten, die
ursprünglich in Mitteleuropa beheimatet sind und überwiegend im Freiland leben. Diese Mäuse
gelangen gelegentlich als Irr- oder Wintergäste ins Haus, können dort aber nicht dauerhaft
überleben.
7. Mundwerkzeuge, Sinne
Die Nagezähne der Mäuse wachsen lebenslänglich und müssen ständig abgeschliffen werden.
Außerdem haben die Mäuse einen hochempfindlichen Geruchssinn, Duftsprache (z.B. Urin, Kot,
Sohlendrüsen; Individualerkennung, Familiengeruch, physiologische Zustände einzelner
Individuen, Paarungsbereitschaft etc.); Pheromonsteuerung. Der Tastsinn ist besonders gut
entwickelt (Tasthaare im Gesicht). Sie sehen nicht besonders gut (nachtaktiv), haben aber aufgrund
ihrer Augenstellung eine Rundum-Sicht, die zwar kein räumliches Sehen ermöglicht, wohl aber ein
Bewegungssehen Blinde Mäuse sind anscheinend den Sehenden nicht unterlegen. Mäuse hören im
Ultraschallbereich.