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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-4 / Mäuse
Sterblichkeitsrate wird mit 20% angegeben, die Wintersterblichkeit mit bist zu weit über 90%.
Kaum ein Tier überlebt den 2. Winter.
Obwohl Mäuse mit die best-untersuchten Tiere sind, bleiben viele Fragen offen, denn das Verhalten
von Freilandpopulationen ist sehr schwer zu beobachten. Fast alle Untersuchungen wurden mit
Labormäusen gemacht, deren Verhalten stark von dem der Wildformen abweichen kann.
Beispielsweise der "Bruce-Effekt", nach dem Mäuseweibchen bereits vorhandene Embryonen
resorbieren, wenn fremde Männchen in die Nähe kommen, ist wahrscheinlich ein Artefakt, der in
der Natur nicht vorkommt.
Abgesehen davon werden Mäuse oft wie kleine Ratten angesehen. Diese unzulässige
Verallgemeinerung des Menschen erleichtert ihnen in vieler Hinsicht das Überleben.
9. Behandlung
Mäuse dürfen nur dort getötet werden, wo gleichzeitig der Wiederbefall
verhindert werden kann. Das geschieht durch Beseitigung ihrer Lebensräume,
Unterbrechen der Besiedlungswege oder durch mäusesichere Aufbewahrung der
Nahrung.
Befallsermittlung:
- Befallsanzeiger Kot-, Fraßspuren, nächtliche Geräusche
- Puder oder Mehl ausstreuen, um den Schlupfwinkel zu ermitteln,
- Nachweis mit Haferflocken;
- zum Fangen: Schlagfallen
- giftfreie Köder-Würfel für Objekte, die leicht wiederbefallen werden (Killgerm); müssen aber
regelmäßig kontrolliert werden.
Nahrungsentzug kann ausreichen, da Mäuse unweigerlich täglich Nahrung brauchen.
Die Mäusebekämpfung sollte nach Möglichkeit im späten Winter oder zeitigen Frühjahr stattfinden,
wenn die Population ihren natürlichen Tiefstand erreicht.
9.1. Soforthilfe bei Massenvermehrung (Schädlingsbekämpfer)
Dieses Stadium wird am besten zunächst mit Schlagfallen bekämpft; Voraussetzung ist, daß
mindestens einmal täglich inspiziert werden kann. Bei Massenvermehrung sollte unter den
Bedingungen:
- daß der Schädlingsbekämpfer in der Nähe ansässig ist und daß mindestens einmal täglich
inspiziert wird, oder daß die Bewohner des befallenen Objektes sich ständig darum kümmern
können;
- daß gleichzeitig mit der Bekämpfung auch die Befallswege unterbrochen werden,
auch die Verwendung von Lebend- und Klebefallen in Erwägung gezogen werden. Gefangene
Tiere können mit CO2 streßarm getötet werden.
Bei Verwendung von Schlagfallen und Ködern muß beachtet werden, daß das dominante Männchen
alles Neue vor allen anderen Individuen zuerst untersucht. Seine Urinmarken können
subdominante Artgenossen möglicherweise fernhalten. Schlagfallen sollten nur 2-3 Tage