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Milben / Anhang B-5
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E. Scholl (1995)
Ein Blatt weißes Papier über Nacht an Orten mit mutmaßlichem Befall auslegen. Gegen das Licht
gehalten, kann man die winzigen Punkte oder ihre winzigen Schatten langsam wandern sehen.
Staubproben mit Lupe / Mikroskop untersuchen. Zur Feststellung der Milbenallergen-Menge gibt
es auch einen käuflichen Indikator.
7.3. Bekämpfung / Hausstaubmilben
Das Hauptaugenmerk bei der Abwehr von Staubmilben muß dem Management
des Lebensraums gelten. Zentralschlüssel dafür sind die Feuchtigkeit und
angedaute Hautschuppen o.ä.
Genau wie andere Schädlinge kommen auch die Milben immer wieder, solange ein Lebensraum für
sie besteht. Deshalb wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sie gegen die wenigen in Frage
kommenden Gifte resistent sein werden.
Außerdem stellen Gifte gegen Milben eine zusätzliche Belastung betroffener Menschen mit
Chemikalien dar. Deshalb sollte man sich den Pestizideinsatz in diesem Fall besonders genau
überlegen.
Wenn Milben sich einmal fest etabliert haben, sind ihre Allergene wohl kaum wieder zu entfernen.
Deshalb muß - wer empfindlich ist - im Vorfeld verhindern, daß sie in der Wohnung wachsen
können.
Die Möglichkeiten zur Milbenabwehr, die es gibt, sind allerdings lebenslängliche Lernprozesse,
keinesfalls endgültige Problemlösungen. Alle sind mit Umdenken und Aufwand verbunden. Das
beginnt bereits beim Bau von Häusern mit der Auswahl der Materialien und dem
Feuchtemanagement beim Bauen, geht weiter beim Bezug der Neubauten, bzw. bei der
Renovierung einer Wohnung vor dem Einziehen, sowie beim Anschaffen der Einrichtung und beim
Aufstellen der Möbel. Das setzt sich im Alltagsleben fort.
Wer empfindlich ist oder Angst hat und sich eine Matratze kauft, sollte sie sicherheitshalber über
Nacht erhitzen oder tiefkühlen und vor dem ersten Gebrauch mit einem Spezialüberzug beziehen,
der für allergenhaltige Partikel, Milben und Hautschuppen undurchlässig ist. Der Spezialüberzug
muß aber Feuchtigkeit durchlassen. Wenn dann das Schlafzimmer und das Bett täglich gründlich
gelüftet wird und die übrigen bewährten Methoden zur Allergenminderung eingehalten werden (s.
Literaturhinweise), dürfte sich der synergistische Wirkungsgrad durchaus mit einer regelmäßigen
Pestizidanwendung messen können.
Bekämpfung, indirekt (O 91 p.162ff): Detritusbegrenzung: Bettwäsche häufig wechsel, Möbel leicht zu reinigen,
Verzicht auf Textilien und sonstige Staubfänger (Fasern, Wolle, Felle, Federn; Rohr oder Hartholz anstelle von
Weichholz), vor allem im Schlafzimmer. Bekämpfung von Schaben, Flöhen, Silberfischchen, schimmeligen Wänden;
Haustiere aus dem Haus draußenhalten; Umziehen und Aufbewahren getragener Kleidung, sowie Haare bürsten nicht
im Schlafzimmer.
Staubsaugen besser einmal in der Woche gründlich als täglich oberflächlich.
M
UMCUOGLU
, zitiert in B
ADER
1989, S.9: "Der alte Brauch, die Bettbestandteile zu sonnen und zu klopfen, sowie ein
häufiges Wechseln der Leintücher und gründliches Staubsaugen, bleiben die effektvollsten und gleichzeitig billigsten
zur Zeit bekannten Bekämpfungsmittel."