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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-5 / Milben
Problematisch dürfte die Beseitigung bereits vorhandener Allergene sein. Daran wird zur Zeit
gearbeitet (B
RENNER
1993, mündl. Mitt.).
Trockenheit
: Das ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme für Menschen und Umwelt. Wo die
relative Feuchte unter 70% bleibt, können die Schimmelpilze und demzufolge auch
Hausstaubmilben nicht wachsen. Deshalb ist Trockenheit außerdem eine sehr schonende
Bekämpfungsmaßnahme, um einen Lebensraum auf die Dauer für Milben unbrauchbar zu machen.
-> Feuchte, Schimmel
Hitze
: 1-3 Stunden bei 50-60°C soll ausreichen (M
UMCUOGLU
&
R
UFI
1982). Möglicherweise
kann man das in der Sauna erreichen. 30 Minuten Wäschetrockner bei heißer Einstellung tötet fast
alle Milben; eine vollständige Abtötung war erst nach 6 Stunden erreicht; man kann auch tagsüber
für die Dauer von 8 Stunden eine Heizdecke einschalten (O
LKOWSKI
& al 1993).
Kälte
: 6 Stunden bei -15°C soll ebenfalls ausreichen (M
UMCUOGLU
&
R
UFI
1982). Das ist in einer
Kühlkammer machbar. In Gegenden mit echter Winterkälte können Milben abgetötet werden,
indem man befallene Gegenstände für 1-2 Tage nach draußen bringt.
Hitze, Kälte und Trockenheit sollten möglichst plötzlich eintreten. Noch besser ist mehrfaches
Erhitzen / Abkühlen und starke Schwankungen. Wenn Veränderungen nur allmählich eintreten,
haben die Milben evtl. noch Zeit, ihre Dauerstadien zu bilden.
-> Staubsaugen, Saubermachen, Anhang 1.
Pestizide: z.B. selbst Acarosan, das derzeit beste Mittel gegen Milben, wirkt nur begrenzt, wenn
die Umwelt Milbenwachstum begünstigt. Die Wirkungsdauer liegt dann bei etwa 24 Wochen oder
weniger (K
OREN
in W
ILDEY
&
R
OBINSON
1993)
Wer sich damit überfordert fühlt, sollte sich unbedingt einen Fachmann als
ständigen Berater suchen
7.4. Weitere Vorratsmilben
Mehlmilbe
, Acarus siro. Bei 17-20°C entsteht eine neue Generation in 17, bei 10-15°C in rund 28 Tagen. Die
Mehlmilbe bewohnt Korn- und Getreidespeicher, Mühlen, Vorratslager und Speisekammern und vermehrt sich dort oft
in geradezu ungeheuerlicher Weise. Sie frißt Mehl, Grieß, Graupen, Getreidekörner, Haferflocken, Grütze, Kleie,
Bienenpollen usw. Vor allem als Getreideschädling ist sie sehr gefürchtet; denn im Gegensatz zu anderen in Getreide
und Getreideprodukten lebenden Milben schädigt si nicht nur das fertige mehl, zerbrochene oder bereits geschädigte
Getreidekörner, sondern sie greift auch reife, gesunde Weizenkörner an, bohrt sich an der Stelle, an der der Embryo
liegt, in das Korn ein, frißt zuerst den Embryo, dann auch den ganzen Inhalt des Korns, bis nur noch die Samenschale
übrigbleibt. Vorkommen und Massenentwicklung der Mehlmilbe in Getreide sind nicht nur von der relativen
Luftfeuchte streng abhängig, sondern vor allem auch von dem Wassergehalt der Körner. Stark vermilbte Lebensmittel
können gesundheitliche Schäden bei Mensch und Tier hervorrufen und sind daher als Lebens- und Futtermittel
ungeeignet. Trocknen die Körnen soweit aus, daß ihr Feuchtigkeitsgehalt unter 13% beträgt, so sterben die
Mehlmilben ab, nicht aber ihre kurzbeinigen Dauernymphen, die bis zwei Jahre weiter unbeweglich, aber lebend