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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-5 / Milben
Zur Bekämpfung der Vogelmilben sind die befallenen Ställe oder Käfige gründlich zu säubern, die
alten Sitzstangen zu verbrennen und durch neue zu ersetzen oder aber mit heißer Seifenlauge oder
Sodalösung abzuwaschen. In den Hühnerställen sind die Wände sorgfältig zu kalken und in
Vogelbauern sind alle Ecken und und Fugen sorgfältig zu reinigen. Einen weitgehenden,
dauernden Schutz der Hühner vor den Angriffen der Milben kann man dadurch erreichen, daß man
völlig fugenlose Sitzstangen verwendet und diese frei im Raum auf Trägern so aufstellt, daß sie in
kleinen Schalen mit Petroleum stehen (Kemper 1950, S. 201f.). Die in Vogelbauern nistenden
Vogelmilben kann man dadurch stark dezimieren, daß man ausgehöhlte Sitzstangen (z.B. aus
Holunderzweigen) verwendet und diese von Zeit zu Zeit reinigt, oder dadurch, daß man über Nacht
den Käfig in ein Tuch mit recht rauher Oberfläche einhüllt und dieses Tuch jedesmal am nächsten
Morgen in kochendes Wasser eintaucht (K
EMPER
1950, S. 233f.).
Im Haus gründlich staubsaugen, besonders Ecken und Fugen. Staubsaugerbeutel anschließend
sofort dicht verschließen und erhitzen (Backofen, kochendes Wasser, Mikrowelle o.ä.) verbrennen,
im dichtverschlossenen Plastikbeutel einfrieren oder in die heiße Mittagssonne legen. Mit heißem
Seifenwasser wischen.
Schutz vor Stichen: -> Personenschutz; wenn alles nicht hilft: Fachmann suchen.
7.8. Trombidiformes
Laufmilben
, Trombidiidae, besonders die
Herbstmilbe
, Trombicula autumnalis, deren Larven
örtlich in Scharen den Menschen zum Blutsaugen anfallen und damit sehr lästig werden können.
Die Nymphen und Adulte dieser Milben leben im Boden und fressen Insekteneier; nur die Larven
saugen Blut!
Gegenmaßnahmen:
- Gartenarbeit auf kühlere Tageszeiten verlegen
- Selbstschutz -> Zecken
- Komposthaufen im Frühjahr verbrauchen
Zur Gruppe der Trombidiformes gehören außerdem die
Spinnmilben
, Tetranychidae, und die
Haarbalgmilben
, Demodicidae und eine flaschenkürbisförmige Milbe, die Kleidermottenlarven
frißt, Pyemotis herfsi (K
AESTNER
1969 S. 770f.!) u.a.
8. Literatur:
B
ADER
,
C.
(1989): Milben Acari - eine wenig bekannte vielgestaltige farbenprächtige medizinisch
ökonomisch biologisch wichtige Tiergruppe. Veröffentlichungen aus dem Naturhistorischen
Museum Basel Nr. 22. 49 S.
B
RONSWIJK
,
J.H.
VAN
(1981): Hous dust biology, for allergists, acarologists and mycologists. NIB
Publishers, Zeist, The Netherlands, 316 S.. Zu bestellen bei: NIB Publishers, Box 144, 3700 AC
Zeist, The Netherlands