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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-x1 / x2
Eiweißstoff) der Wolle noch weitere Proteine, Mineralsalze und die Vitamine des B-Komplexes,
die sie nur aus dem Schmutz beziehen können, mit dem die Wolle imprägniert ist: Wollfett,
eingetrocknete Flecken von Speiseresten und Getränken, Schweiß, Urin etc., oder bei starkem
Befall auch von toten Artgenossen. Der Wollanteil muß über 20% sein. Nicht-keratinhaltige
Fasern, Textilien aus Nessel, Jute oder Baumwolle werden zur Herstellung der Kokons zerkaut und
zur Not auch gefressen, aber nicht verdaut. Andere Materialien wie Getreide, Mehl, Casein und
Fischmehl werden nur zur Not angenommen.
Kleidermotten sind als Nahrungsquelle keineswegs auf unsere Textilien angewiesen. Die
Staubansammlungen unter Schränken mit festem Sockel, hinter Scheuerleisten und an anderen der
Reinigung unzugänglichen Orten sind es, an denen sie ungestört von Generation zu Generation
gedeihen. Der Staub in unseren Wohnungen enthält einen genügend großen Anteil an
Wolleteilchen und anderen Nährstoffen und bildet eine vorzügliche Nahrung für Mottenraupen,
ebenso übrigens für die Larven der Teppich- und Pelzkäfer. Deshalb auch führen die sorgfältigsten
und auch durchaus erfolgreichen Schutzmaßnahmen nicht zu einer endgültigen Beseitigung der
Mottenplage, wenn sie auf Schränke, Truhen und Schubladen beschränkt bleiben. Die
bestandserhaltenden Lebensräume liegen außerhalb unserer Schränke, in denen sie ohnehin meist
entdeckt und vernichtet werden, bevor sie ihren Lebenszyklus abschließen können. Vermeintlich
dicht schließende Schränke und Truhen im Sinne einer mechanischen Abwehr bieten leider keinen
Schutz vor Kleidermotten, weil die winzigen Eiraupen durch feinste Fugen und Undichtigkeiten
einzudringen vermögen. Noch weniger schützen Plastikbeutel, denn sie können von
Textilschädlingen ohne Schwierigkeiten durchnagt werden. (S
Y
1981)
Die Raupen werden bis zu 9.5 mm lang.
Puppen: Zum Verpuppen suchen sie sich möglicherweise einen geschützten Ort in irgendeiner
Ritze des Fußbodens oder der Zimmerdecke und spinnen sich da in einen Kokon ein, der ebenfalls
aus Fasern der Umgebung und Spinnfäden besteht, der aber viel dicker ist als der oben beschriebene
Larvenköcher und an beiden Seiten geschlossen. Die Kokons werden so angelegt, daß die später
schlüpfenden Falter ungehindert ins Freie gelangen können. Die Puppe ist 4-7 mm lang und gelb
bis gelbbraun.
Falter: Die erwachsenen Motten fressen garnichts, sind also allenfalls Anzeiger für bereits
entstandenen Schaden, sowie Hinweise auf zu erwartenden Schaden. In ungeheizten Räumen sind
die Hauptflugzeiten der Motten im Frühjahr und Herbst, in geheizten Räumen gibt es 3-4
Generationen im Jahr. Die Falter beider Arten scheuen das Licht. Wenn sie aufgescheucht werden,
flüchten sie ins Dunkle. In dieser Eigenschaft, die weiter unten beim Nachweis besprochen wird,
unterscheiden sie sich von anderen Mottenarten. Bei gedämpftem Licht fliegen besonders die
Männchen aber manchmal in dem ihnen zu eigenen Flatterflug umher: Die Weibchen, die, mit
zunächst 50-100 (-260) Eiern beladen, meist nur umherlaufen oder mit ausgebreiteten Flügeln
hopsen, können während einer Dauer von einigen Tagen bis vier Wochen zahlreiche Teile mit Eiern
belegen. Sie können erst fliegen, nachdem sie die meisten Eier abgelegt haben.
7. Problematische Arten & Besonderheiten
Die
Kleidermotte
, Tineola bisselliella, hat eine Flügelspannbreite von 13-19 mm, strohgelbe
Vorderflügel mit seidigem Glanz und gelblich-graue Hinterflügel. Bei älteren Tieren werden die
Flügel fast durchsichtig, da die Farbe mit den Schuppen abgewischt wird. Die Kopfhaare stehen
rötlich ab. Die Kleidermotte stammt wahrscheinlich aus Afrika und tritt in trockenen und warmen