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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-x1 / x2
dabei helfen, die Mottenbesiedlung im Schmutz der Dielenritzen und Spalten im Haus kurz zu
halten. Das wiederum kann größere Mottenansammlungen von den Wollsachen fernhalten.
Solange die empfindliche Kleidung gründlich gereinigt und gelagert wird, kann die zusätzliche
Unterstützung durch die biologischen Bekämpfungsmethoden in der natürlichen Umgebung
einen gewissen zusätzlichen Schutz bieten..
8.3. chemische Bekämpfung
Mit flüssigen Berührungsgiften ist meistens nur ein geringer Erfolg zu erzielen, weil die Larven und
Puppen in ihren Köchern weitgehend gegen sie geschützt sind. Eine schnelle und sichere Abtötung
ist im allgemeinen nur durch gasförmige Mittel zu erzielen. Die Dielenritzen, in denen sich
Wollfasern von Teppichen und Kleidern, sowie Haarreste von Besen u.a. ansammeln, bieten oft den
Larven eine Entwicklungsmöglichkeit. Bei jeder Bekämpfungsmaßnahme ist ihnen daher
Aufmerksamkeit zu widmen (K
EMPER
1950,108: Zukitten oder mit flüssigen Berührungsgiften
ausgiebig durchtränken).
Eulanisierung: Keratin für die Motten ungenießbar machen, indem man es mit einem
(fettlöslichen?) Stoff imprägniert. Wolle der Wollsiegelqualität muß immer eulanisiert werden.
Das geschieht in Deutschland mit dem dauerwirksamen Pyrethroid Permethrin (K
ÖNIG
1981, S.
140), -> Anhang A2..
9. Minimalriskante Behandlung
- im Wesentlichen eine Kombination von Staubsaugen, Benutzen, Säubern, Ausklopfen, Sonnen, sowie Hitze und
Kälte.
Regelmäßiges Tragen von Kleidungsstücken ist der beste Schutz vor Mottenfraß. Beugen Sie also
vor, indem Sie überflüssige Wolltextilien z.B. an Bedürftige weitergeben. Kaufen Sie nur noch, was
gebraucht wird; wählen Sie vorausschauend aus, indem Sie beim Kauf mehr auf Zweckmäßigkeit
und Langzeit-Nutzwert der Kleidung als auf modisches Outfit achten.
Regelmäßiges gründliches Staubsaugen aus den Ecken heraus; Teppiche ausklopfen, in der
Mittagssonne lüften, darunterliegenden Fußboden besonders unter Möbeln saugen.
Synthetische Textilien wählen, die für Motten unverdaulich sind.
Zum Frühlings-Großreinemachen evtl. ein- bis zweimal im Jahr eine Reinigungsfirma beauftragen.
Wenn saubere Wollsachen in dichten Behältern aufbewahrt werden, sind sie vor Befall geschützt.
Beachten Sie aber, daß die hochgepriesene Wirksamkeit von Zedernholz gegen Motten eher darauf
zurückzuführen ist, daß Truhen aus diesem Holz sehr dicht schließen, und daß die abschreckende
Wirkung des Zedernholzöls die Motten fernhält. Bereits vorhandene Motten im Schrank tötet das
daraus verdampfende Öl nicht. Auch verfliegt das Öl aus dem Holz innerhalb einiger Jahre.
Obwohl Zedernholzöl die Jungräupchen tatsächlich töten kann, läßt es die älteren, größeren Raupen
unbehelligt.
Leider ist es fast unmöglich, Schränke und Truhen wirklich dicht zu machen. Wenn man bedenkt,
daß die frischgeschlüpften Räupchen auf ihrer Suche nach einer Futterquelle durch jede Ritze