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E. Scholl (1995) Richtlinien - Integrierte Schädlingsbekämpfung Anhang B-7 / Mücken - 1
Anhang B / Mücken
1. Erkennungsmerkmale
Typisches, schier unerträgliches Sirren beim Landeflug auf der menschlichen Haut; Mückenstiche.
an den erwachsenen Mücken ist alles lang und dünn: Körper, Beine, Antennen, Flügel, Stechrüssel;
ansonsten sehen sie den Fliegen ziemlich ähnlich. Die Larven und Puppen der Mücken leben im
Wasser; Mücken haben zwei Flügel, denn die Hinterflügel sind zu Schwingkölbchen reduziert.
2. Stellung im Naturhaushalt, natürliche Feinde
Mückenlarven reinigen stehendes Wasser, indem sie Schmutz und Bakterien herausfiltern und sich
davon ernähren. Die Mücken sind daher bei der Begrenzung der Wasserverschmutzung durch den
Menschen von unschätzbarem Nutzen. Ihre Larven, Puppen und die erwachsenen Mücken sind
Nahrung für zahllose
Wassertiere
,
Vögel
und
Fledermäuse
.
Einheimische Weißfische wie Karausche oder Rotfeder fressen mehr als 1.000 Stechmückenlarven in 12 Stunden.
Ampibien, wie z.B. Molche, fressen mehrere 100 Larven pro Tag. Wasserinsekten wie Schwimmkäfer bzw deren
Larven, oder Wasserwanzen wie der Rückenschwimmer (
Notonecta glauca
) fressen immer noch mehr als 30
Mückenlarven pro Tag. Weiter sind verschiedene Plattwürmer und büschelmücken wichtige Freßfeinde der
Stechmückenbrut (Becker 1986).
Aufgaben der Mücken im Naturhaushalt:
- Schmutzbeseitigung, Wasserreinigung,
- Rückgewinnung verschwendeter Energie,
- Rückführung der organischen Substanz in den Naturhaushalt in Form von Nahrung für andere
Tiere.
3. Verhältnis zum Menschen:
Die Mückenlarven wachsen fast immer völlig unbemerkt dort heran, wo der Mensch ihnen, ohne es
zu wissen, Kleingewässer ohne Freßfeinde bereitstellt:
-
Überschwemmungsmücken
wachsen auf nassen Wiesen und Äckern, die nach
Flußbegradigung und Entwässerung regelmäßig überschwemmt sind und / oder wegen hohem
Grundwasserspiegel lange feucht bleiben, weil sie dem Fluß nur mit Gewalt abgerungen
wurden, sowie in den Auwäldern der Flüsse.
- Brutstätten der
Hausmücken
sind Regentonnen und defekte Regenrinnen, Fahrspuren von
Autos auf Feldwegen, leere Getränkedosen, alte Autoreifen, Klär- und Feuerlöschbecken.
Diese Mücken brauchen außerdem geschützte Plätze zum Überwintern für die befruchteten
Weibchen, die der Mensch ihnen in Kellern, Kanälen und Tunnels ebenfalls bereitstellt;