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Mücken / Anhang B-7
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E. Scholl (1995)
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Waldschnaken
brüten in Bombentrichtern und anderen Fallaubtümpeln im Wald, die längere
Zeit feucht bleiben und in vergessenen bzw. verstopften Entwässerungsgräben.
Nur die erwachsenen Mückenweibchen stechen und können - in Mitteleuropa sehr selten - dabei
auch Krankheiten übertragen.
4. Stellung im Tierreich:
Die Mücken, die zusammen mit den Fliegen zu den Zweiflüglern gehören, gelten als
hochentwickelt und spezialisiert unter den Insekten. Sie haben zwischen Jugend und
Erwachsenenreife ein Puppenstadium eingeschoben und wechseln damit den Lebensraum. Die
Jugenstadien entwickeln sich im Wasser, während die ausgewachsenen Mücken fliegend Land und
Luft bewohnen.
5. Ausbreitung:
Hausmücken sind bereits überall, Überschwemmungsmücken fliegen weite Strecken, Waldmücken
bleiben, wo sie sind. Das Problem der Überwinterung lösen Arten sehr unterschiedlich (s.u.)
6. Artenzahl insgesamt und problematische Arten mit den Vorlieben:
Die in Deutschland vorkommenden 44 Stechmückenarten (Culicinae) gehören zu fünf Gattungen
(
Aedes
,
Culex
,
Culiseta
,
Anopheles
und
Mansonia
), die hinsichtlich ihrer Biologie große
Unterschiede aufweisen.
Obwohl alle Mücken gleichermaßen Wasser und Land bewohnen, bewohnen die einzelnen Arten
völlig verschiedene Lebensräume zu verschiedenen Zeiten. Entsprechend gibt es bei der
Bekämpfung viele Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede.
Hier werden drei typische Arten herausgegriffen: Hausmücken (
Culex pipiens
),
Überschwemmungs-Wiesen-Mücken (z.B.
Aedes vexans
), Waldmücken (
Aedes cantans
). Eine
ausgezeichnete Beschreibung der Biologie dieser Arten findet sich in der Schrift von Norbert
Becker (1986) und wird, etwas verändert, mit dessen Erlaubnis hier übernommen.
6.1. Hausmücken, Culex pipiens
Die Hausmücken
(Culex pipiens)
treten besonders in oder in der Nähe von menschlichen
Siedlungen auf. Von
C. pipiens
gibt es verschiedene, äußerlich kaum zu unterscheidende Rassen:
manche dieser Rassen saugen nur Blut bei Vögeln, andere auch beim Menschen; manche müssen
vor der Eiablage Blut saugen, andere nicht.
Nach der Blutmahlzeit müssen sie bald Eier legen
.
Hausmücken sind ausgesprochene Dämmerungs- und Nachttiere und wandern nur wenig. Sie
belästigen daher den Menschen nur abends und nachts in oder in der Nähe von Gebäuden.
Tagsüber und in der freien Landschaft sind sie üblicherweise wenig lästig. Wie bei den anderen
Stechmücken saugen nur die Weibchen Blut, die Männchen ernähren sich von Pflanzensäften.
Überwinterungsstadium sind die begatteten Weibchen. Sie suchen sich im November bis Dezember
Winterquartiere, in denen sie bei relativ hoher Luftfeuchtigkeitvor starkem Frost und Zugluft
geschützt sind.