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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-7 / Mücken
wichtigsten Mücken-Brutstätten finden können. Die Windrichtung und -stärke müssen mit
berücksichtigt werden. Bei Wind können manche Arten weit fortgeweht werden. Wo viele
Männchen herumschwirren, befindet sich ein Brutplatz in der Nähe. Die Männchen erkennt man an
den stark gefiederten Fühlern.
Wenn die Mücken schon stechen, ist der Zeitpunkt für eine Bekämpfung für die
laufende Generation verpaßt. Zumindest die chemische Mückenbekämpfung
beginnt genau dann, wenn alle Mückenstiche vergessen sind, nämlich im zeitigen
Frühjahr des darauffolgenden Jahres. Das Hauptproblem der
Mückenbekämpfung besteht darin, dies den betroffenen Verbrauchern und den
zuständigen Stellen nahezubringen.
7.2. Abwehr, Bekämpfung
Aufgrund der Untersuchungsergebnisse - und nur so - kann dann eine Strategie zur
Mückenbehandlung entwickelt werden, bei der alle Beteiligten eingebunden werden müssen. Alles
andere ist grundsätzlich abzulehnen. Alle Menschen in Deutschland sollten sich schnell
abgewöhnen, gegen fliegende Stechmücken Gift einzusetzen.
Da die verschiedenen Entwicklungsstadien der Mücken verschiedene Lebensräume besiedeln, muß
jedes Stadium wie ein eigenes Schädlingsproblem behandelt werden.
Was die Koordination von Aktivitäten angeht, so hat die KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft
zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.) in Karlsruhe hervorragende Pionierarbeit geleistet, ganz
unabhängig davon, daß die verwendeten Maßnahmen z.T. scharf kritisiert werden.
7.2.1. Brutplätze
Die Brutplätze der Mücken, die von Menschen geschaffen wurden, sollte der Mensch auch
beseitigen, wenn ihn die Mücken stören.
Gegen Hausmücken hilft oft schon, Regentonnen u.a. abzudecken. Die Abdeckung muß allerdings
sehr dicht sein, da die Mücken sonst trotzdem ihren Weg finden. Wasserpfützen kann man mit Kies
o.ä. auffüllen, Regenrinnen säubern, alte Autoreifen, leere Getränkedosen und anderes Gerümpel,
in dem sich nach Regen Wasserpfützen bilden, einsammeln.
Erwünschte Kleingewässer müssen dahingehend verändert werden, daß Freßfeinde der Mücken
darin leben können. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Man kann die Tiefe und die Ufer der Mückenbrutgewässer so bearbeiten, daß die Freßfeinde
der Mücken darin überleben können. Ein Gewässer muß eine gewisse Größe haben, damit es
nicht gleich wieder verlandet. Es muß mindestens 1 Meter tief sein, damit es im Winter nicht
bis auf den Grund durchfriert und im Sommer nicht oder nur kurz austrocknet. Außerdem
braucht es mindestens an einer Stelle ein flaches Ufer, damit Tiere ein- und aussteigen können
und nicht ertrinken. Nur dann können die Freßfeinde der Mücken darin überleben.
- Wenn ein Fischgewässer in der Nähe ist, kann ein Anschluß daran gegraben werden. So wird
die Mückenbrut für Fische erreichbar.