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Mücken / Anhang B-7
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E. Scholl (1995)
Zur Not genügt ein Stück Gardine und ein paar Reißzwecken, um ein Hotelzimmerfenster - und sei
es nur für die Dauer des Urlaubs - für Mücken abzuschließen. Wer ein gutes Werk tun will, kann
die Barriere als kleine Anregung zurücklassen.
In tropischen Ländern, wo die Mücken durch die Lücken in der Konstruktion eindringen können, ist
auch ein Bettnetz sinnvoll, daß an der Decke befestigt werden kann, sofern eine
Aufhängevorrichtung vorhanden ist.
Culex pipiens (= Hausmücken): Wer nicht gestochen werden will, kann Freilandaufenthalte auf die
Morgen- und Mittagsstunden verlegen, da die Hausmücken erst abends und nachts aktiv werden.
Wer meint, abends oder nachts draußen sein muß, kann sich vor Mückenstichen schützen
Repellents
Innerlich: Calcium und Vitamin B sollen angeblich die allergische Reaktion auf Mückenstiche
verringern. Es wird empfohlen, regelmäßig Hefe und Knoblauch zu essen, obwohl die Wirkung
wissenschaftlich (noch?).nicht bestätigt werden konnte.
äußerlich, für die Haut: kurzzeitig Zitrusölextrakt, Nelkenöl, Zigarettenrauch, länger haltbar DEET
Die Amerikanischen Streitkräfte verwenden zum Einreiben für die Haut DEET (= N,N-Diethyl-m-
toluamid).
Außerdem hält das menschliche Immunsystem eine Art "Natur-Repellent"
bereit, dessen Einsatz bei gewohnheitsmäßigem Aufenthalt in Mückengebieten
durchaus verdient, in Erwägung gezogen zu werden: Wer sich einfach von den
Mücken stechen läßt und überhaupt nichts dagegen unternimmt (Einreiben mit
Antihistamine etc), wird nach etwa sechs Wochen nichts mehr davon spüren.
Solange etwa braucht nämlich die körpereigene Abwehr, um zu lernen, daß
Mückenstiche nicht gefährlich sind.
Die Mücken stechen zwar weiter, aber die Reaktionen fallen weg. Nur so können beispielsweise
die Menschen in der Tundra den Sommer mit Myriaden von Mücken ohne besondere
Einschränkung überleben.
7.2.4. Personenschutz im Freiland
Dabei kommt es auf zweckmäßige Kleidung an: Besser lange Hosen als Röcke anziehen, die
Strümpfe über die Hosenbeine rollen, ggf. mit Klebeband o.ä. abdichten, Gummistiefel; das
Oberhemd in die Hose stecken; lange Ärmel, insgesamt dichte Kleidung und evtl. Handschuhe.
Sicheren, völlig ungiftigen Kopf-Schutz vor Mückenstichen bietet ein Imkerhut.
bei notwendigem längerem Aufenthalt in einem Gebiet mit starkem Stechmückenbestand kann es
sinnvoll werden, die Oberbekleidung mit einem Repellent einzusprühen.