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Ratten / Anhang B-8
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E. Scholl (1995)
Ratten werden 1 bis zweieinhalb (bis 3) Jahre alt. Nach ca anderthalb Jahren kommen die
Weibchen ins Klimakterium. Im ländlichen Raum in Maryland, USA, lebten am Jahresende nur
noch 5% der Individuen (D
AVIS
1948).
Sämtliche angegebenen Schwankungen im Rattenleben hängen in erster Linie
vom Futter ab; außerdem von den Unterschlupfmöglichkeiten, den Störungen,
vom Wasser und Klima.
7.3. sonstige Besonderheiten
Ratten können schnell laufen. Außerdem können sie angeblich:
- sich durch Öffnungen ab 1,3 cm Durchmesser quetschen,
- an Rohren innen senkrecht hoch und runter klettern von 4-10 cm Durchmesser,
- an Rohren außen senkrecht hoch und runter klettern bis zu 8 cm Durchmesser,
- waagerecht auf Drähten balancieren,
- bis zu 90 cm hoch und 1.20 m weit springen,
- bis zu 15 m tief fallen, ohne sich zu verletzen,
- schwimmen: bis 800 m in freiem Wasser
- tauchen: bis zu 30 Sekunden
- alle möglichen Materialien durchnagen, um irgendwo hineinzugelangen.
Ratten haben einen natürlichen Schutz vor Überbevölkerung. Selbst wenn Nahrung und
Unterschlupfmöglichkeiten unbegrenzt vorhanden sind, vermehren sie sich nur begrenzt. Es kommt
gehäuft zu Fehlgeburten; "überzählige" Jungtiere werden getötet.
In Gefangenschaft bilden sich bei Überbevölkerung Banden. Die Paarungsbereitschaft nimmt ab und erlischt später
völlig; zunehmend macht sich Egoismus breit. Das hält auch beim Nachlassen des Drucks an und führt zum
Aussterben des Rudels (B
ULLA
1994, 49f.
).
E
RFOLGSGEHEIMNIS DER
R
ATTEN
(frei nach Kemper 1950)
- V
ERMEHRUNG
nur wenn Lebensraum geeignet, dann aber sehr schnell
-
unglaubliche
A
NPASSUNGSFÄHIGKEIT
an Nahrung und Wohnung
- N
EUGIER
,
L
ERNFÄHIGKEIT
,
M
IßTRAUEN
- V
ORSICHT
,
in Notwehr aggressiv
-
schnelle, vielseitige
B
EWEGLICHKEIT
(Laufen Klettern Schwimmen)
- W
IDERSTANDSFÄHIGKEIT
gegen Klimaschwankungen
8. Behandlung
8.1. Befallsanzeiger, -nachweise, -überwachung, Rattenfallen
Nächtliche Geräusche deuten auf Rattenbefall hin.