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Schaben / Anhang B-9
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E. Scholl (1995)
Die
Larven
durchlaufen 5 - 7 (-13) Entwicklungsstadien und leben in der Nähe der Vollinsekten.
Da sie viel kleiner sind als ihre Eltern, können sie auch wesentlich kleinere Lücken und Hohlräume
besiedeln, bzw. durchkriechen. Das kommt den Schaben natürlich bei der Ausbreitung sehr zugute.
(
Deutsche Schaben häuten sich in der Regel immer 6 Mal. Die 7. Häutung ist eine Art Notbehelf, die sie einschieben,
wenn es Probleme gab, beispielsweise CO2-Einwirkung, Hunger, Kälte oder Verletzungen
.)
Die im Haus schädlichen Schaben leben am liebsten bei Temperaturen um 27°C. Kälte können die
orientalischen Schaben besser vertragen als die anderen Arten. Da Kälte alles verlangsamt, dauert
dann die Entwicklung und Vermehrung länger. Sie leben länger und kommen längere Zeit ohne
Nahrung aus als bei Wärme.
Bei Wärme geht dagegen alles schneller und das Leben währt dementsprechend kürzer.
(
Temperatur- und feuchteabhängige Entwicklungsdauer bei 28°C und 70% r.F., sowie bei Raumtemperatur (german,
brown-banded, american, oriental cockroach) s. Abb. in Ebeling 1978, p. 223 aus Gould and Deay, 1940.
)
Wasser, bzw. ausreichend Feuchtigkeit ist für die meisten Arten aber viel wichtiger als die richtige
Temperatur. Eine Ausnahme macht die Braunbandschabe, die auch an ausgesprochen trockenen
Orten zu finden ist.
27°C/~38% r.L. nichts Futter Wasser Futter/Wasser
_________________________________________________________________
Blattella germanica
20,1 14,7 35,1
82
Periplaneta americana
41,7 40,1 89,6
190
(nach W
ILLIS
&
L
EWIS
1957, aus E
BELING
1978)
Tabelle B9-1: Überlebensdauer in Tagen
bei einer Raumtemperatur von 27°C und einer relativen
Luftfeuchte von 36-40% ohne bzw. mit Nahrung/Wasser, untersucht an frischgeschlüpften
ausgewachsenen Schabenweibchen.
Wasser verlängert das Leben der Schaben ganz erheblich. Bei der Deutschen Schabe fällt auf, daß
sie mit trockener Nahrung sogar wesentlich weniger lange überlebt als völlig ohne Wasser und
Nahrung
Schaben sind lichtscheue Nachttiere.
1
. Sie stoßen gerne mit dem Körper an etwas an (=
stigmatroph), hassen Durchzug, fächeln aber gerne mit den Antennen in der Luft (Art `Sehen´). So
sitzen sie tief in dunkle Ecken gedrückt, oft dicht an dicht beieinander. Verschiedene Stadien sind
1
mit Ausnahme der Asiatischen Schabe, Blattella asahinai, die aber in Europa (noch) nicht vorkommt.