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11. Behandlung, Schädlingsbekämpfer
11.1. Befallserhebung, Schadensschwellen, Überwachung
Inspektion bei Tag, nur nach Begrüßung des Auftragsgebers oder seines Vertreters, möglichst in
Begleitung eines ortskundigen Mitarbeiters / Bewohners; unbedingt alle Räume inspizieren.
Die richtige Bekämpfungsstrategie zu entwickeln, setzt voraus, daß der Schädlingsbekämpfer
herausfindet:
- um welche Schabenart(en) es sich handelt (ggf.einige Exemplare sammeln und bestimmen),
- wo die Befallsschwerpunkte liegen (Taschenlampe, Klebefallen, über Nacht ausgelegt),
- wie groß die Population ist (s.: Klebefallen auslegen),
- wie alt die Population ist (Befallsspuren, z.B. Kotflecke),
- alter, chronischer Befall (Innenseite der Schlupfwinkel mit schwarzen Krusten von
Schabenkot),
- Sauberkeit; oberflächlich,
- Sauberkeit unter/hinter der Oberfläche (Mißstände sind oft erkennbar am Erscheinungsbild der
Beschäftigten),
- Grundreinigung: wie wird gereinigt und wie oft, wann zuletzt? Großreinigung, wie oft, wann
zuletzt, durch wen, wie organisiert?
- Reinigungsfähigkeit des Betriebs,
- Vorbehandlung mit Pestiziden.
11.2. Kundenbefragung
- Wann und wo wurde der Schaden zum ersten Mal bemerkt?
- Befallsschwerpunkte?
- Erstbefall/Wiederbefall?
- Wo sonst (im Haus, bei Zulieferern oder am Arbeitsplatz) gibt es möglicherweise Schaben?
- Welche Mittel und Methoden wurden vorher eingesetzt?
- Wie lange?
- Wie oft?
- Wieviel?
- Wo genau?
- Wann zuletzt (ggf. den Kollegen befragen)?
- Was wurde sonst bisher gegen die Schaben unternommen?
- Wurde das Mobiliar/Elektrogeräte/die Einrichtung kürzlich verändert? hier besonders auf
Anschaffung von gebrauchten Objekten achten.
- Versteckte Hohlräume, hohle Wände, Schächte, abgehängte Decken?
- Vermutungen über die Befallsquelle (Lieferanten, Nachbargebäude, Nachbarräume)
11.3. Ortsbegehung
Erster Gesamteindruck: Allgemeiner Ordnungs- und Sauberkeitszustand, Beleuchtung, Lüftung,
Raumtemperatur, Luftfeuchte, Stimmung, Zustand der Mitarbeiter, Bereitschaft und Fähigkeit zur
Kooperation.