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Schaben / Anhang B-9
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E. Scholl (1995)
Abkühlen:
- eine sehr umweltschonende Methode zur Schabenbekämpfung. Wo es eine Kühlkammer gibt,
kann man sie zur Schabenbekämpfung nutzen. Dafür kommen auch Kühlwagen in Frage. Kleinere
Teile, z. B. Essenswagen und Elektrogeräte können über Nacht gekühlt werden, um die darin
versteckten Schaben zu töten.
E
BELING
empfiehlt für kleine Teile Trockeneis: Erstens wird es sehr kalt, und zweitens besteht es
aus Kohlendioxid. Das kann auch die Eier in den Eipaketen töten. (R
UST
et al. 1995, S. 229)
Deutsche Schaben werden bei 4°C reglos, überleben aber bis zu 10 Tage. Bei -5°C sind sie nach 30
Minuten tot (H
ARZ
1960).
Trockenheit:
Bei Kälte zieht es Schaben ins Trockene. (C
ORNWELL
1968, S. 287)
15. chemische Behandlung
Bei der chemischen Bekämpfung von Schaben gibt es einen schweren Widerspruch, der nur
langfristig aufgelöst werden kann. Theoretisch kann jeder Schabenbefall mit
Schlupfwinkelbehandlung und Ködern getilgt werden. Sorgfältige Arbeit und Kooperation der
Betroffenen sind unabdingbare Voraussetzungen dafür.
So wichtig diese Forderungen - gute Arbeit und Mitarbeit der Betroffenen - sind; im Alltag der
Wirklichkeit sind diese Voraussetzungen kaum je erfüllt. Deshalb muß es ein Angebot für
Härtefälle geben.
Gleichzeitig muß deshalb die Beschränkung gefordert werden, während gleichzeitig noch
minimalriskante Wirkstoffe für die tradierten Anwendungsverfahren zur Auswahl bereitstehen
müssen. Die Abschnitte Pestizide, Insektizide und Resistenz beziehen sich weitgehend auf die
Realität der Schabenbekämpfung, vor allem bei der Deutschen Schabe.
Clean-out Treatments (= ungefähr: Grundbehandlung): s. K
OEHLER
,
P
ATTERSON
&
O
WENS
in R
UST
et al. 1995, S. 299 f.
15.1. Hohlraumbehandlung
- mit einem Langzeitmittel, das am besten
nicht repellent
wirken soll, weil es die Tiere sonst in die
angrenzenden Hohlräume treibt. Besonders empfehlenswerte Wirkstoffe sind zur Zeit
Silicagel
(völlig ungiftig, leicht repellent (?), problematisch in feuchter Umgebung, es sei denn, Ammonium-
Fluosilikat ist zugesetzt) oder
Borsäure
(weniger feuchteempfindlich, überhaupt nicht
verdampfend, fast überhaupt nicht repellent, aber etwas giftig, wenn gegessen). Diese beiden
Wirkstoffe verdampfen überhaupt nicht und wirken ewig. Vorausgesetzt, die Humantoxikologie
stimmt, kann hier auch zu Wachstumsreglern geraten werden. Je nach Gifttoleranz des Kunden ist
auch ein Mikroverkapseltes Organophosphat zu empfehlen. Dessen Wirksamkeit ist natürlich
sicherer, besonders in feuchter Umgebung. Die Wirkstoffe sind halt sehr giftig, gelangen, wenn sie