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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-10 / Schimmel
Absidia. Ein hoher Anteil an Schimmelpilzsporen in der Luft ist immer dann zu erwarten, wenn in
Innenräumen mit staubenden organischen Materialien hantiert wird. (R
EIß
1986, S. 28-31)
Viele Arten werden als Verursacher von Asthma bronchiale genannt: Absidia, Entomophthora,
Mucor, Rhizopus (= Zygomyceten); Aureobasidium [Pullularia], Alternaria, Aspergillus,
Cladosporium, Fusarium, Helminthosporium, Monilia, Penicillium, Stemphylium u.a. (= Fungi
imperfecti). Bäcker-Asthma: Alternaria sp., Aspergillus sp, Neurospora sitophila (R
EIß
1986, S.
141f).
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Schimmelpilzhäufigkeit (Angaben in %)
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Fusarium
14,3
Penicillium
10,0
Aspergillus
8,2
Aureobasidium
6,4
Alternaria
5,6
Mucor
4,6
Rhizopus
4.6
Cladosporium
2,9
Curvularia
2,1
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Tabelle B10: Klinische Wertigkeit von Schimmelpilz-Sensibilisierungen
(A
URAND
et al. 1982,
Quelle: R
EIß
1986, S. 140)
Es scheint nachgewiesen zu sein, daß die Immunkräfte des Menschen durch ständige Berührung mit
Pilzsporen nicht gestärkt, sondern abgebaut werden. Andererseits können Spuren natürlicher
Giftstoffe - einschließlich der Mykotoxine (=Pilzgifte) - in Lebensmitteln eine notwendige Rolle
bei der Aufrechterhaltung der Abwehrkräfte des Körpers spielen.
Papier: grauschwarze Verfärbungen auf Tapete von Alternaria- und Cladosporium-Arten (R
EIß
1986, S. 158f)
Innenwände von Häusern: Penicillium- und Aspergillus-Arten sowie der Ascomycet Pyronema
domesticum können auf den Innenwänden von Gebäuden wachsen, wenn folgende Bedingungen
erfüllt sind:
- Ausreichende Feuchtigkeit: existieren beispielsweise Kältebrücken im Mauerwerk, d.h.
Stellen, an denen die höhere Innentemperatur mit der niedrigen Außentemperatur
zusammenstößt, dann entsteht Kondenswasser, das ein Schimmelwachstum ermöglicht. Dies
kann etwa an schlecht isolierten Außenwänden, Fenstern und Wasserleitungen sowie an
Metalltüren und -Fensterrahmen auftreten.
- Nährstoffe: Insbesondere Rauhfasertapeten mit ihrem hohen Anteil an Zucker,Eiweiß und
Lignin sowie Dispersionsfarben mit ihrem Quellmittel-Anteil auf Zuckerbasis liefern den
Schimmelpilzen ein nutzbares Nährsubstrat.