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1. Bestandsaufnahme
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Andererseits kann sogar Coca Cola jung und gesund machen, wenn man/frau nur fest daran glaubt.
Manche Stoffe - Hormone - können sogar als einzelne Moleküle noch an mehreren Stellen im
Körper große Veränderungen initiieren.
So gesehen, sind die Auswirkungen von Chemikalien in geringen Konzentrationen völlig
unkalkulierbar. Also weg damit?
Leider müßten wir - wollten wir wirklich mit dem Gift Schluß machen - als erstes mal den
Kaffeeduft, das Himbeeraroma und vieles andere wegen ihrer hochbrisanten Inhaltsstoffe verbieten.
Kamillentee ist - so gesehen - viel zu gefährlich, weil seine Wirkungsweise alles andere als
wissenschaftlich abgeklärt ist (G
LOMBITZA
1982, mündl. Mitt.). Heißer Zitronensaft mit Honig
dürfte eigentlich nicht wirken, weil die bekannten Wirkstoffe äußerst wärmeempfindlich sind (nur
bei kaltem Zitronensaft mit Honig wäre die - unbestreitbar vorhandene - Wirkung wissenschaftlich
erklärbar).
Sollen wir also reine Stoffe verlangen? Jede gewünschte Reinheit ist erreichbar - nur werden der
industriell notwendige Aufwand und damit auch die Umweltbelastung immer größer, während das
Ergebnis - reiner Stoff - immer teurer wird. Reinheit verlangen und bezahlen sind zweierlei. Für
die Praxis der Schädlingsbekämpfung gelten chemisch reine Stoffe jedenfalls als unbezahlbar.
Pikanterweise stinken oft die Verunreinigungen in den Pestiziden viel stärker als die Wirkstoffe
selbst (R
UST
& al, 1995).
1.2.4.3. Streßfaktoren, Synergismen - Schädlinge, Bekämpfung
Die Hinweise mehren sich, daß viele Krankheiten, beispielsweise Schäden des Immunsystems wie
Allergien, Asthma, Infektanfälligkeit, Aggressivität und Depressionen durch das Zusammenwirken
(= den Synergismus) mehrerer
Streßfaktoren
verursacht werden. Dabei spielen Chemikalien eine
wichtige Rolle.
Beispiele für Streßfaktoren sind:
- psycho-soziale Probleme: Überforderung, Konkurrenzdruck, Partnerschaftsprobleme etc,
- Ernährungsfehler, Mangelernährung; unregelmäßige Lebensweise; Bewegungsmangel und
Adrenalinstau; Reizüberflutung, aber auch Reizmangel,
- die Vielzahl von reizenden Chemikalien in minimalen Konzentrationen für längere Zeit
(Nahrungs- und Genußmittel, Kleidungsstücke selbst oder Zusätze darin; Schadstoffe in
Wasser und Luft, Reizstoffe von Pflanzen und Tieren, Pollenkörner, Tierhaare, Hausstaub
etc),
- Sauerstoff - und Flüssigkeitsmangel,
- eine reizende oder giftige Chemikalie in erhöhter Konzentration für kurze Zeit,
- Allergene und Toxine aus Milben, Schaben, Flöhen, Schimmelpilzen und Mikroorganismen
- Pestizid-Gifte und -Allergene.
Schädlingsbefall tritt häufig auf, wo der Gesamtstreß schon längere Zeit
bestanden hat, ist also gewissermaßen ein Symptom von länger dauerndem
Streß.