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1. Bestandsaufnahme
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Manche Veränderungen sind langfristig Verschlechterungen. Daraus folgt, daß manches Abgelegte
besser war.
Ursachen für Mißerfolge und Langzeitwirkungen von Veränderungsversuchen waren bis 1971 ein
weites leeres Feld, da nur die schnellen Erfolge erforscht worden waren (R
OGERS
&
S
HOEMAKER
1971). Soweit mir bekannt ist, hat sich daran nichts geändert. "Langzeit" heißt im gegenwärtigen
Forschungsalltag 3-4 Jahre (G
EMÜNDEN
, 1992, mündl. Mitt.). Demgegenüber müssen für die
Umsetzung größerer Veränderungen mindestens 15 Jahre veranschlagt werden (R
OGERS
&
S
HOEMAKER
1971).
1.2.13.4. Kommunikation
... kann in der gesamten Wettbewerbsgesellschaft nur noch künstlich mit wachsendem Aufwand
aufrecht erhalten werden und ist dennoch fast durchgängig zur Farce degradiert, wo jeder Mithörer
als Konkurrent empfunden werden muß. Geselligkeit wird bei Zusammenkünften zunehmend
zelebriert anstatt erlebt. Fachliche Diskussionen ersticken in dicht gedrängten Tagungsprogrammen
und werden zu unbefriedigenden Ansätzen reduziert.
1.2.14. Ausblick, Schlußbetrachtung
Mitten im Konfliktfeld dieser scheinbaren Widersprüche und Gegensätze besteht die reizvolle
Aufgabe, bzw. kolossale Herausforderung beim Umgang mit Schädlingen und deren Management
darin, den Schutz der Menschen mit dem der Umwelt in Einklang zu bringen. Je besser uns das
gelingt, desto weniger Gifte werden wir brauchen, um unsere Interessen zu vertreten. Wir leben in
der Umwelt, nicht oben drüber schwebend, obgleich die egozentrische Interpretation gewisser
Bibelstellen das Gegenteil nahelegt: "Macht euch die Erde untertan und herrschet ..." (1.Mose
1,V.28b.). Hiermit ist sicher nicht die ausbeuterische Gewaltherrschaft gemeint. Weiter hinten in
der Bibel wird dies auch klar gesagt: Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden ... (Matth. 6,
V. 19-34).
Anstatt unsere Schädlinge von anderen bekämpfen lassen, können wir alle gemeinsam und
zusammen mit den Fachleuten lernen, uns selbst und einander zu helfen, unseren natürlichen
Lebensraum, unseren angestammten Platz, unsere ökologische Nische zu finden und auszufüllen,
und uns gegenüber unseren Tischgenossen und Mitessern
in
der Umwelt zu behaupten.