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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
Die Vorgesetzten derjenigen, die aus- und fortgebildet werden sollen, werden innerhalb kurzer Zeit
versuchen, die dafür vorgesehenen Mittel für Vergnügungsfahrten zu mißbrauchen. Diese Art von
Mißbrauch ist ein natürlich gewordener Vorgang, der bei jeder Zuwendung einkalkuliert und
verhindert werden muß.
Eine Computerausstattung kann nicht bei jedem Schädlingsbekämpfer unbedingt vorausgesetzt
werden, erst recht nicht deren effizienter Einsatz. Dies ist eine natürliche Grenze der
computergesteuerten Verwaltung und Fortbildung, die ansonsten sehr zur Arbeitserleichterung
beitragen kann. Für beides gibt es bereits gute Vorbilder (s. S
CHOLL
, unv.).
Was für die Computerausstattung gilt, trifft auch für den Einsatz komplizierter Technik (high tech)
zu. Da der richtige Einsatz nur begrenzt erwartet werden kann, gilt es vor allem, die einfachen
Techniken (low-tech) auszubauen. Fast jedes Schädlingsproblem ist auch mit einfachen Methoden
lösbar. Die Anwendung komplizierter Verfahren, die allerdings oft schonender sind, müssen
einstweilen optional den Fortgeschrittenen zur Verfügung stehen. Die Zweckmäßigkeit dieser
Methoden sollte regelmäßig hinterfragt werden.
2.3.1. Verschiedenes
Fachentomologen müssen ihre Empfehlungen in enger Zusammenarbeit mit den Praktikern selbst
ausprobieren können. Dabei lernen sie gleichzeitig die (sozialen) Sprachen ihrer Schüler verstehen
und sprechen. Wissenschaftliche Literatur gibt es jetzt schon viel mehr, als Betroffene und
Anwender verkraften. Daraus muß jetzt Informationsmaterial für alle Ebenen aufbereitet werden,
und zwar bildhaft-plakativ.
Veränderungen müssen schonend und publikumsnah eingeführt werden; langsam und alles der
Reihe nach, mit viel Geduld. Dies gilt besonders bei größeren Veränderungen.
Präventive Angstbewältigung kann bei der Vorbeugung der Panik äußerst hilfreich sein. Dazu
dienen Abwechslung im Alltag und angstlösende Aktivitäten (Die Rheinpfalz, Nov. 1994).
Eine latente Grundangst ist bei vielen Menschen vorhanden und wird normalerweise verdrängt (s.o.: Verbraucher, S. 4;
Werbung, S. 16; Umweltorganisationen, S. 22). Wenn diese Menschen unter Streß stehen, kann ein Schädlingsbefall
oder dessen Bekämpfung mit Gift leicht Panik auslösen.
Kommunikationsprobleme, Organisationsmängel, Vernetzungslücken (Lückenhafte Organisationsketten z.B. bei der
Reinigung und Reparatur von Abfallbehältern und -plätzen: jeder nimmt an, ein anderer würde es machen)
2.3.2. Bisherige Erfahrungen mit der Umsetzung
"Der" Kunde, d. h. in einem Betrieb jede(r) Beteiligte vom Chef bis zur Putzfrau, muß die Sache
verstehen; für Unbelehrbare (Kunden im Kaufhaus, Patienten im Krankenhaus, Ausländer ohne
Deutschkenntnisse, Kleinkinder, Haustiere) muß mitgedacht und vorgesorgt werden. Personen die
nicht mitmachen, sind Schwachpunkte, von denen manchmal einer genügt, um den gesamten
Bekämpfungserfolg in Frage zu stellen.
Beispiele für typische, daraus resultierende Fehler: