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Integrierte Schädlingsbekämpfung
5. Pestizide 91
Wenn Kontaktgifte sich an Staubpartikel anlagern und mit diesen aufgewirbelt werden, können sie
mit der Atemluft inhaliert werden und sich in der Lunge festsetzen, bzw. langsam entladen. So
können Kontaktgifte zu Atemgiften werden. Das ist eine Sonderform von Vergiftungsmöglichkeit,
die besonders stark wirken kann.
5.2.7.3. Atemgifte
werden eingeatmet. Dazu gehören Gase und Wirkstoffe, die leicht verdampfen, aber auch andere
Wirkstoffe, wenn sie als Aerosole, Heißnebel, Kaltnebel, Trockennebel oder ULV-Nebel
ausgebracht werden. Atem, einatmen der Tröpfchen, Teilchen oder Gase, einatmen von Staub;
Staubbelastung durch direktes Ansprühen, Adsorption von Partikeln an Staubpartikel, Abrieb von
kontaminierten Materialien. Feinstaub ist stärker belastet (Umweltbundesamt 1994).
Wenn sich die Partikel von Stoffen an Staub anlagern (z.B. elektrostatisch) oder in Staubpartikel
einziehen, können zahlreiche weitere Stoffe eingeatmet werden. Solche Stoffe, die dann in der
Lunge hängenbleiben und dort wieder gelöst werden, können sogar besonders gefährlich werden.
5.2.7.4. Auge
... über den Sehnerv der kürzeste Weg zum Hirn unter Umgehung der Blut-Hirnschranke. Diese
Sonderform der Vergiftung ist besonders gefährlich und wird deshalb von manchen Autoren
gesondert aufgeführt.
5.2.7.5. Geruch
Die Wahrscheinlichkeit einer Vergiftung über den Geruchssinn ist wohl gering im Vergleich zum
Einatmen von gasförmigen Giftstoffen. Allerdings wird das Gefühlsleben des Menschen über den
Geruchssinn sehr subtil und oft unbewußt beeinflußt. Es muß damit gerechnet werden, daß
Gerüche rein assoziativ auch Krankheitssymptome auslösen können. Nach H
ENGLEIN
(1985, S.11)
steht der Geruchssin "als einziger der fünf Sinne direkt mit dem Gehirn in Verbindung; er erreicht
unmittelbar die seelischen Bereiche (limbisches System) und wirkt auf die Steuerzentren für alle
grundlegenden Lebensvorgänge (Hypothalamus, Hypophyse). Trotz der geringen Beachtung, die
wir ihm widmen, ist er der leistungsfähigste der fünf Sinne; einige wenige Moleküke genügen, um
ihn wachzurufen.
5.2.8. Giftwirkung, - Komponenten
Gifte können sehr unterschiedlich stark wirken. Beispiele für Faktoren, die die Wirkung
beeinflussen, sind:
- Temperatur und Luftfeuchte der Umgebung,
- Anwendungsort,
- Material behandelter Flächen,
- Bauweise und Zustand behandelter Objekte,
- Verhalten der von Schädlingen befallenen Hausbewohner,
- Formulierung, Art und Qualität der Ausbringung,
- Anwendungshäufigkeit,
- Vorbehandlung,
- Anzahl und Menge Schlupfwinkel und Versteckmöglichkeiten,