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E. Scholl (1995):Erarbeitung von Richtlinien für die integrierte Schädlingsbekämpfung 139
8. Zusammenfassung, Abstract, Résumé
Zusammenfassung, S
CHOLL
, E. (1995): Erarbeitung von Richtlinien für die integrierte
Schädlingsbekämpfung im nichtagrarischen Bereich (außer Holzschädlinge).
Forschungsbericht 126 06 011, Umweltbundesamt, Berlin; ca 380 S.
Zum Thema `Integrierte Schädlingsbekämpfung im nicht-agrarischen Bereich´ wurde ein vom
Umweltbundesamt initiiertes zweijähriges Forschungsvorhaben durchgeführt. Der Abschlußbericht
liegt seit April 1995 vor. Hier eine kurze Zusammenfassung:
In Räumen tritt an die Stelle der regelmäßigen "Schädlings-Ernte" die Tilgung, die es zu erhalten
gilt. Die Tätigkeit wandelt sich von der aufreibenden Bekämpfung zur präzise gezielten Abwehr
mit minimalem Aufwand. Die integrierte Schädlingsabwehr im Nahbereich des Menschen wird
definiert als ein flexibles Netzwerk von Veränderungen zur Gestaltung der Lebensräume von
Menschen und anderen Organismen mit "gesundem Menschenverstand". An die Stelle
abgegriffener Universalrezepte tritt eine intelligente Kombination ineinander greifender
Aktivitäten, die aufeinander aufbauen, und die sich gegenseitig verstärken und einander absichern.
Mögliche Ziele sind vorsorgliche Befalls-Prophylaxe, dauerhafte Problemlösung, Toleranz - je nach
Problemlage, und lebenslange Lernprozesse.
Der erste, allgemeine Teil des Berichtes enthält eine Bestandsaufnahme des derzeit Bestehenden,
weiterhin eine Diskussion der Zustände und Empfehlungen für Verbesserungen, jeweils gegliedert
in folgende Aktionskreise: Natur, Geschädigte, Retter, Verbraucher, Schädlingsbekämpfer,
Methoden & Mittel, Stoffe und Energie - Streß, Resistenz & Repellenz, Industrie, Werbung,
Kostenrechnung für die Allgemeinheit, Forschung und Lehre, Gesetzgeber, Zuständigkeiten,
Umweltorganisationen, Umsetzung & Informationsmanagement, Ausblick und
Grenzbetrachtungen. Den Abschluß bildet ein Stufenplan konkreter Schritte für die Umsetzung.
Im zweiten, technischen Teil werden die Methoden der integrierten Schädlingsabwehr in
komprimierter Form, sowie die Pestizide und der minimalriskante Umgang damit dargestellt.
Dieser Teil, der mit einem Exkurs über Parallelen zwischen guter Küche und guter
Schädlingsbekämpfung beginnt, enthält eine alphabetische Übersicht über Methoden der
integrierten Schädlingsabwehr, die Darstellung von Wirkungsmechanismen, Wirkstoffgruppen und
Wirkstoffprofilen; Resistenz, Repellenz, Zubereitungen, Anwendungstechnik, Personenschutz und
Unfallverhütung, eine Stichwortsammlung für wünschenswerte Nebenkenntnisse; außerdem einen
Schnellfinder für Wirkstoffe, Zubereitungen, Präparate und Anwendungsformen.
Schädlingsprofile und Abwehrstrategien an ausgewählten Beispielen bilden den dritten, speziellen
Teil: Ameisen, Feuchtigkeit, Flöhe, Mäuse, Milben, Motten, Mücken, Ratten, Schaben, Schimmel,
Zecken.
Hauptzielgruppe sind die Verbraucher. Einige größere Abschnitte sind den Schädlingsbekämpfern
gewidmet; weitere Teile richten sich an Gesetzgeber, Behördenvertreter, biologische Fakultäten
der Universitäten, Pestizidhersteller u.a.. Die Darstellungsweise ist punktuell sehr ausführlich; in
einigen Bereichen wurde eine Art "Rohbau in Stichworten" erstellt, der weiter bearbeitet werden
muß. Eine deutschsprachige Datenbank ergänzt die vorliegende Arbeit. Diese Studie wurde im