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E. Scholl (1995): Erarbeitung von Richtlinien für die integrierte Schädlingsbekämpfung Anhang
A3-1
Anhang A3
Rodentizide - Nagetiergifte, alphabetisch (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Diese Übersicht erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit; alle Angaben sind ohne Gewähr.
Die Schwerpunkte dieser Tabelle liegen bei solchen Wirkstoffen, die als "Alternative" in Frage
kommen und denjenigen, die häufig verwendet werden.
diverse Wirkungsmechanismen
alpha-Chloralose
LD50-400mg/kg Löslichkeit in Wasser schwach 1:225 (15°C); löslich in Alkohol (1:13 bei 25°C),
Ether und Eisessig, ansonsten schwer löslich. Dampfdruck bei Raumtemperatur sehr gering
\
nicht
korrosiv, durch Säure und Lauge Spaltung in die Ausgangsmaterialien Glucose und Chloral
\
wirkt
narkotisierend und senkt die Körpertemperatur in einem für Kleintiere tödlichen Ausmaß (P
ERKOW
1992). Bei Temperaturen über 15°C können Mäuse sich wieder erholen.
\
z.B. Merck, D, 1966
\
Rentokil, UK; Jewin Joffe, Israel
\
Alphakil, Alfamat, Krakalos, Perglucorat
\
Giftgetreide 4%
Köder, 1:8 Köder, 16,6% Konzentrat
\
Mäuse, Vögel (Tauben, Krähen)
\
gegen Vögel wird alpha-
Chloralose auch eingesetzt, um die Wirkung weiterer Methoden zu verbessern. Vermutlich wirkt
dieser Stoff im Winter besser; In der Humanmedizin früher Verwendung als Schlafmittel. P
ERKOW
1992, T
HOMSON
1992,
S.
160.
alpha-Chlorohydrin
... wird schnell abgebaut
\
Epibloc
\
in geringen Konzentrationen sterilisierend für die Männchen, in
höheren Dosen giftig für beide Geschlechter; Tötung bis zu 50%. Einmal erreicht, ist die Sterilität
bei Ratten dauerhaft, aber nur bei den Männchen; bei Nicht-Zielorganismen allenfalls
vorübergehende Sterilität. Gegen die Verwendung spricht: sie leben und fressen/beißen/stören
weiter; dazu kommt die Promiskuität der Weibchen. Ein einziges Rattenmännchen von außerhalb
kann die Wirkung aufheben.
\
bei wachsendem Umweltbewußtsein wird alpha-Chlorohydrin sicher
wieder interessant. B
UCKLE
&
S
MITH
1994,
S.117, M
ALLIS
1990,
S.
74
Weiterführende Literatur: D
AVIS
,
D.E.
(1961), E
RICSSON
,
R.J. (1982), M
ARSH
,
R.E. (1988) in
P
RAKASH
,
I.(ed.), S
MITH
,
R.H.
&
G
REAVES
,
J.H. (1987).
Antu
LD50 (norwegische Ratte, oral)-6-8mg/kg, (Affe)-4250mg/kg, (Hund)-0,38mg/kg (!). Schweine
und Küken sind sehr empfindlich. Toxizität für Menschen sehr gering (P
ERKOW
1992)
\
Löslichkeit
in Wasser gering: 0,06g/100ml, organische Lösungsmittel besser: Aceton 2,43g/100ml,
Triethylenglykol 8,6g/100ml
\
Dampfdruck <10-5mbar (20°C)
\
Mehrfachaufnahme, bitter
\
weitgehend stabil, unbeeinflußt von Licht und Luft
\
Hemmstoff verschiedener Enzymsysteme
\
Billwärder HH
\
Delitia, Hentschke, Hygiene-Chemie
\
0,5-2% Streupulver (Spurpuder) Tränkgift
(Flüssigkonzentrat)
\
Ratten, besonders Wanderratte. E
ICHLER
1965,
S.
592, P
ERKOW
1992