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4 - Anhang A2
Insektizide & Akarizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Chlorierter Kohlenwasserstoff (Kepone). Mit der Herstellung beschäftigte Arbeiter erkrankten.
Deshalb wurde die Herstellung von Chlordecon verboten. Angeblich eine Überreaktion, da
Sicherheitsmängel der Produktion und nicht der Wirkstoff selbst Ursache für die Erkrankungen
gewesen sei (E
ICHLER
1991, S. 194). Hochwirksam gegen Nagerflöhe bei Pest und Typhus
(M
ALLIS
1991, S. 59)
Chlorierte Kohlenwasserstoffe
Nervenmembran lähmend durch Manipulation a. d. Natriumpumpe; akute Giftigkeit für
Warmblütler gering; werden durch die Haut absorbiert, lange Dauerwirkung, schwer abbaubar, z.T.
fettlöslich, Anreicherung in der Biomasse,
Aldrin
,
Chlordan
,
Chlordecon
(=Kepone),
Herstellung verboten, da Arbeiter dabei krank geworden sind; in D als Köder zur
Pharaoameisenbekämpfung;
DDT
, wegen Anreicherung im Fett und in der Umwelt seit 1972 in
Deutschland verboten;
Dicofol, Dieldrin
,
Endosulfan
,
Endrin
,
Lindan
, für Warmblütler 5-10 x
giftiger als DDT, wird aber schnell wieder ausgeschieden; nur das gamma-Isomer (= eines von
mehreren, die bei der Synthese entstehen) wirkt insektizid;
Metoxychlor
, wirkt ähnlich stark wie
DDT, ist aber für Warmblütler ca 50 x weniger giftig als DDT, akkumuliert auch weniger im
Fettgewebe;
Eine der größten Schädlingsbekämpfungs-Firmen hat bereits 1964 auf Organophosphate umgestellt; nicht wegen
Wirkungsverlust, sondern wegen dem absehbaren Ende der sozialen Akzeptanz nach Rachel C
ARSON
´s Buch, der
stumme Frühling (1962) (C
ORNWELL
1976, S. 455).
d-Limonen
Terpen, (H
ERRMANN
1983, S. 132: Strukturformel) [T
HOMSON
1992, S. 83, Tox etc.: LD50
5000mg/kg oder höher; kann Augenreizung erzeugen; Formulierungen; 37% EC, Aerosol,
Schampoo für Haustiere, Tauchbad, Pumpspray; oft mit Piperonylbutoxid (PBO)]; Wirkungsweise
ähnlich wie Pyrethrine. O
LKOWSKI
& al. 1991, S.124: Kontaktgift. Befunde zu Eigenschaften und
Wirkungsweise sind lückenhaft. Derzeit wird angenommen, daß Limonen bei Insekten die
Aktivität der sensorischen Nerven verstärkt. Die bewirkt eine massive Übererregung der
motorischen Nerven, die zu Krämpfen und Lähmung führen. Manche Insekten, wie z.B. die
Imagines der Flöhe, erholen sich von der Lähmung, es sei denn, dem Limonen wird
Piperonylbutoxid (PBO) als Synergist zugesetzt, von dessen Verwendung eher abzuraten ist (s.o.:
Synergisten).
(L
INDNER
1990, 59:) Die ätherischen Öle aus der Schale von Zitusfrüchten ... zeigten an der Haut
von Mäusen eine kokanzerogene Wirkung. ... Hauptbestandteil des Zitronen-, Orangen- und
Grapefruitöls ist D-Limonen. In der EG und in den USA ist D-Limonen als Zusatz zu
Nahrungsmitteln mit möglicher Begrenzung der Menge im Endprodukt zugelassen. ... Es ist
angebracht, einen Unterschied zwischen der gelegentlichen Aufnahme oder dem weniger häufigen
Kontakt, wie er bei der Verwendung der natürlichen Früchte vorkommt, und dem Gebrauch als
Geschmackskorrigens in Getränken und Speisen in mehr oder weniger konzentrierter Form und
häufiger Anwendung zu machen.)
Fenoxycarb
Wachstumsregler, M, Karbamat, Kontakt-, Fraßgift; 25%WP, 1% bait, 5% granules, 5% dust, 2
EC; die Flüchtigkeit ist geringer als diejenige von Hydroprene (T
HOMSON
1992, S. 52)
Fluorosulfonate
Fraßgift mit verzögerter Wirkung. Sulfluramid.
Fraßgifte: aus Pestizide: