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Integrierte Schädlingsbekämpfung
Insektizide & Akarizide
Anhang A2 - 5
bezeichnet die Aufnahme durch Fressen; z.B.
Abamectin, Borsäure, Chlordecon, Hydramethylnon, Nematoden,
Sulfluramid, Trichlorfon, Methopren
und fast alle
Nagetiergifte
.
Gase
Die Durchdringungskraft von Gasen ist sehr unterschiedlich (
z.B. bei Methylbromid und Phosphingas ist
sie größer als bei Cyanogas, D
ÖRNEMANN
1987, mündl. Mitt.
). Kalte Luft fließt nachts bergab - ähnlich wie
Honig, also eher "zäh" (B
OUTET
1987). Veränderungen in der Zusammensetzung der Haupt-
Bestandteile der Luft lassen sich hervorragend zur Schädlingsbekämpfung einsetzen (CO2, N2,
O2): Controlled atmosphere. Gasbegrenzung: E
BELING
in R
UST
et al 1995, R
EICHMUTH
1994.
( -> )
Blausäure
(Cyanogas, HCN),
Ethylenoxid, Kohlendioxid
(CO2),
Kohlenmonoxid, Luft,
Methylbromid, Phosphin, Phosphorwasserstoff, Sauerstoff
(O2),
Stickstoff
(N2),
Sulfurylfluorid
Gase
Chemikalien, die bei Raumtemperatur gasförmig sind oder werden.
- alle verdampfenden Wirkstoffe
- Giftgase:
Blausäure
-
Cyanogas
,
Methylbromid
,
Sulfurylfluorid, Kohlenmonoxid, Phosphin
,
- Stickgase:
Kohlendioxid, Stickstoff
Glycoside
-
Scillirosid
aus der Meerzwiebel Scilla oder Urginea maritima (herzwirksam) -> Rodentizide
- Abamectine:
Avermectin
aus Streptomyces avermitilis (Lactonglycosid) und
Ivermectin
Halogene - -> auch Organohalogene
Fluoride zur Schädlingsbekämpfung: E
ICHLER
1965, S. 23;
Natriumfluorid
,
Calciumsilicofluorid
,
Natriumaluminiumfluorid
(Kryolith),
Hydrogenfluoride
,
Fluorosulfonate
, div. Pyrethroide und Wachstumsregler
Neu: Fluor und Brom anstelle von Chlor? Bei Insektiziden und Rodentiziden erfreut sich die
Fluorierung / Bromierung von Pestiziden sich zunehmender Beliebtheit - macht sie giftiger,
haltbarer
Insektizide:
-
Sulfluramid, Hydramethylnon
- Wachstumsregler:
Diflubenzuron, Flucycloxuron, Hexafluron, Teflubenzuron,
Triflumuron
Rodentizide; Antikoagulantien:
Brodifacoum, Bromadiolon, Flocoumafen
Diese Stoffe kommen allerdings nur als Köder in minimalen Mengen zum Einsatz.
Halogenierte Pyrethroide werden derzeit auch auf Flächen gesprüht.
- Pyrethroide:
Fluvalinat, Flucythrinat, Cyfluthrin, Lambda-Cyhalothrin, Tefluthrin,
Bifenthrin
,
Ökologisch gesehen, sind die übrigen Halogene (Fluor, Brom, Jod) ebenso bedenklich wie Chlor.
Beim präzisen Einsatz als Fraßköder verringert sich die Belastung allerdings auf exakt die Menge,
die schädliche Tiere fressen müssen, um daran zu sterben. Bei gleichzeitigem, präventivem
Nischen-Management ist das so wenig, daß es mit gutem Gewissen vernachlässigt werden kann.
Hydramethylnon
Zellatmungsgift, blockiert den Elektronentransport in der Atmungskette; lichtempfindlich; reines
Fraßgift. A
MERICAN
C
YANAMID
(1988)