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6 - Anhang A2
Insektizide & Akarizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
inert ingredients -> Nebenwirkstoffe
Inerte Stäube
Viele Insekten können Staub nicht vertragen. Er verstopft ihre Atemöffnungen und trocknet sie
aus. Hühner und andere Vögel machen sich das zunutze, indem sie in Staub baden. Bereits die
alten Ägypter benutzten Staub auch gezielt, um ihre Getreidevorräte vor Insektenfraß zu schützen.
Es reicht völlig aus, die benötigten Mengen kurz vor dem Verzehr zu waschen. Im Jemen werden
heute noch die Weinstöcke zum Schutz vor Schädlingen mit Löß / Lehm eingestäubt.
Die sogenannten inerten Stäube sind chemisch sehr reaktionsträge, weder löslich noch
verdampfend, dauerwirksam und ständig sichtbar:
Lehm, Ton, Kieselerde, Silicagel, Kreide,
Aktivkohle, Talkum,
Inerte Stäube: -> Pestizide
- chemisch inert; verschiedene Wirkungsmechanismen
- Austrocknend:
Silicagel
,
Kieselerde
,
Aktivkohle, Lehm
(funktional: Borsäure, wirkt als Zellgift, aber nur, wenn sie gefressen wird)
Insektizide -> Wirkungsmechanismen
MINIMALRISKANTE
Pestizide
Allgemein erwünschte Eigenschaften: umweltschonende Produktion und Abbauprodukte, hoher
Bekanntheitsgrad toxikologischer Risiken, während des Einsatzes dauerhaft kontrollierfähig,
ungiftig für Warmblütler, nicht verdampfend, unlöslich, schnell abbaubar, Wirkung geringer
Mengen
-
Allethrin
, extrem schnell abbaubares Pyrethroid
-
BtI
, (Bacillus thuringiensis var. israeliensis) mückenlarvenspezifisch, reines Fraßgift
-
Borsäure
, nicht verdampfend, stabil, ausschließlich Fraßgift
-
Hydramethylnon
, reines Fraßgift, lichtempfindlich
-
Kohlendioxid
, Stickgas, rein indirekte Wirkung bei Sauerstoffverdrängung
-
Kokosöl
, weicht die Kutikula auf, ungiftig
-
Nematoden
, machen Schaben, Flöhe - je nach Art - ganz gezielt krank
-
Niem
, Produktion umweltschonend und risikoarm, wenig giftig für Warmblütler, seit
Jahrtausenden in medizinischem Gebrauch (Indien u.a.), sehr schnell abbaubar
-
Pyrethrum
, Produktion relativ umweltschonend und risikoarm, schnell abbaubar, wenig
giftig für Säugetiere (außer bei Inhalation und über Hautverletzungen)
-
Permethrin
, als Repellent zum Imprägnieren für Moskitonetze und Oberbekleidung in
gefährdeter Umgebung (-> Anhang B, Zecken)
-
Resmethrin
, schnell abbaubar, sehr wenig giftig für Säugetiere
-
Quassia
, umweltschonende Produktion; nur bitter, nicht giftig
-
Schwefel
, geringgiftig für Warmblütler, altbekanntes toxikologisches Risiko
-
Seife
, fettlösend, sonst nichts
-
Silicagel
, saugt die bimolekulare Lipidschicht von der Insektenkutikula auf: austrocknend;
nicht giftig
-
Stickstoff
, Stickgas
-
Wachstumsregler
greifen selektiv Wirbellose an
-
Fenoxycarb
, verdampft nicht
-
Hydropren
, geringe Warmblütlertoxizität
-
Methopren
,