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Integrierte Schädlingsbekämpfung
Insektizide & Akarizide
Anhang A2 - 15
- Auflösen, Atemöffnungen verschmieren, Austrocknen:
Seife
Pfefferextrakt
Antifeedant, insektizid, oxidierend, stark reizend, repellent, antibiotisch ("Teufelszeug"). Es gibt
mindestens zwei insektizide Inhaltsstoffe:
Piperidin
und
Capsicain
.
Pflanzen
-
Alkaloide
, basisch reagierende Aminosäurederivate, meist hochwirksam; (Atropin,
Capsicain, Nikotin aus Nicotiana tabaccum oder N. rustica, Piperidin, Solanin, Scopolamin,
Tomatin) aus Solanaceae, Papilionaceae, u.a.
-
Benzylbenzoat
aus dem Harz von Myroxylon balsamum var. pereira, gegen
Hausstaubmilben
-
Fette, Öle
-
Glycoside
(Avermectine; Scillirosid, s.: Rodentizide),
-
Niembaumextrakt
aus Azadirachta indica, Melia azedarach (Azadirachtin),
-
Quassiaextrakt
aus Quassia amara (= Lignum quassiae amarae, aus Westindien, Jamaika)
-
Pyrethrumextrakt
aus Chrysanthemum cinerariaefolium, Familie der Korbblütler
Compositae; (Pyrethrine),
-
Rotenon
aus Derris sp., (auch Rodentizid)
-
Ryania
aus Ryania speciosa (Flacourtiaceae), R. pyrifera, Flacourtiaceae, Ordnung Violales
-
Sabadilla
, Schoenocaulum officinale, Melanthiaceae
-
Sesam
aus Sesamum indicum, Pedaliaceae, Sesamgewächse; die Blätter wirken gegen
Blattschneiderameisen, vermutlich, indem sie deren Pilzzuchten töten; seit langem in
Gebrauch (B
UENO
et al., in: V
ANDER
M
EER
et al., 1990, S. 420ff)
- Strychnin
, Alkaloid; Rodentizid; aus Strychnos nux vomica; hochgiftig!
-
Zitrusschalenextrakt
, Insektizid aus Zitrusfrüchten (d-Limonen, Linalool) O
LKOWSKI
et al.
1991
Außerdem gibt es viele weitere Pflanzen, die ganz oder teilweise zur Schädlingsbekämpfung in
Frage kommen, z.B. die Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) (Q
UARLES
1992)
Weiterführende Literatur: G
ROSSMAN
(1993), K
INGHORN AND
B
ALANDRIN
(1993, Besprechung in
The IPM Practitioner XVI(5/6) 1994, S. 17)
Bei Pflanzenextrakten (= Auszügen) muß immer das Extraktionsmittel angegeben werden. Je
nachdem, welches Lösungsmittel verwendet wurde, z.B. Wasser - stark polar, Alkohol - apolar,
oder ein anderes starkes apolares, lipophiles Lösungsmittel, enthalten die Extrakte möglicherweise
auch unterschiedliche Inhaltsstoffe.
Pflanzenauszüge sind großtechnisch unbequem in der Verarbeitung: die Qualitätssicherung des
Pflanzenmaterials, die schon beim Anbau beginnen muß; ferner die Nachschubsichereit, sowie die
Transportkosten des Rohmaterials sind problematisch. Außerdem ist eine technische Produktion
von Wirkstoffen leichter zu stoppen, beispielsweise bei Schwierigkeiten, als der landwirtschaftliche
Anbau. Naturstoffe sind nach der herrschenden Gesetzeslage kaum zulassungsfähig, da die
Wirkstoffgehalte naturgemäß schwanken, auch teils schwer zu bestimmen sind und teilweise nicht
exakt bekannt. (s.a.: Niem). Wenn die Pflanzen z.B. beim Trocknen angeschimmelt waren, kann
das den Wirkstoff inaktivieren und / oder unbekannte Mengen an Schimmelpilzgiften enthalten.
Mit den meisten bisher bekannten wässrigen und alkoholischen Pflanzenextrakte gibt es eine gute
toxikologische Erfahrung, da sie seit Jahrhunderten verwendet werden. Wässrige und alkoholische
Extrakte aus Pflanzen kann jeder leicht selbst machen (-> Naturstoffe).
Pflanzenöle