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12 - Anhang A4
Anwendungstechnik - Pestizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
- Gelöste und emulgierte Wirkstoffe sind nicht zur Schlupfwinkelbehandlung geeignet, da man
porösen Untergrund (Putz, Gips, Beton, unbehandeltes Holz etc) in den Schlupfwinkeln und
auf Rückseiten von Möbeln und Bauelementen annehmen muß.
- Je besser der Praktiker das Ausmaß eines Hohlraums kennt, desto leichter wird es ihm fallen,
ihn richtig zu behandeln. Es fehlen noch Methoden, um die Ausdehnung von Hohlräume zu
ermitteln. Sicherheitshalber auf nicht repellierende Wirkstoffe / Zubereitungen /
Anwendungen ausweichen.
- Damit das Gift im Hohlraum ankommt, muß die Öffnung der Düse beim Ausbringen im
Schlupfwinkel stecken. Sie in die Nähe der Schlupfwinkel zu halten, reicht nicht aus.
- Bei der Schlupfwinkelbehandlung ist es besonders wichtig, sich mit Wirkstoffen und
Zubereitungen, sowie mit der Biologie der Schädlinge genau auszukennen. Alles bestimmt mit
über den Erfolg der Methode.
- Damit das Gift die Tiere erreicht, muß der Schädlingsbekämpfer vorher genau wissen, wo sie
sich aufhalten. Die Schlupfwinkelbehandlung setzt demnach eine ausführliche Inspizierung
der befallenen Örtlichkeit durch einen Kenner der Schadart voraus. Die Methode ist daher nur
für Fortgeschrittene geeignet.
- Die Geräte zur Ausbringung sind noch nicht ausgereift und passen nicht immer zu den
Zubereitungen. Vorversuche sind dringend zu empfehlen!
Geräte für Köder zur Schlupfwinkelbehandlung: Köderpistole, evtl. Mikropipette (s.o.: Köder)
Schlupfwinkelbehandlung ist sinnvoll bei Schaben, Bettwanzen, Taubenzecken u.a.; nicht sinnvoll
gegen Ameisen! Bei der Schlupfwinkelbehandlung müssen nicht ganz so harte Bedingungen an die
Bewohner der befallenen Objekte gestellt werden wie bei den Köderverfahren. Obwohl auch hier
Sauberkeit und Ordnung als unbedingte Voraussetzungen für den Bekämpfungserfolg gefordert
werden müssen, ist die Wirksamkeit dieser Methode doch nicht so völlig davon abhängig wie bei
den Köderverfahren. Die Schlupfwinkelbehandlung ist relativ robust, sofern sie richtig eingesetzt
wird.
Präparate und Geräte:
Actisol
, Roussel Uclaf;
Micro-Injector Gentrol
(Hydropren, Pyrethrum),
Microgen / Zoecon;
Multijector
, B&G;
PD 3001 Power Duster / Zone Defense
(Borsäure), InCide,
System 3
(diverse Wirkstoffe), Whitmire; Sprühdosen mit Spagettidüse. Weitere Informationen:
Pest Control, Pest Control Technology, alle Hefte 1994.
Stäuben
Stäube gibt es als Fertigprodukt aus der Sprühdose mit Spagettidüse. Man kann sie auch in kleine
Handzerstäuber mit lang ausgezogener Spitze füllen oder - zur Behandlung großer Objekte in große
Druck-Stäubegeräte. In der Regel genügt der kleine Handzerstäuber. Aktuelle Geräteliste mit
Adressen: Pest Control Nov. 94, p. 47
Staub-Ausbringung mit dem Handstäuber (gekürzt, nach C
ORRIGAN
1990):
-
Vorbereitung
: in ein blitzsauberes, staubtrockenes Gerät, (Staubschutz, Handschuhe);
trockenen Staub zu höchstens 2/3 einfüllen; einige Glaskugeln mit hineingeben. Sie helfen,
den Staub aufzuwirbeln und hindern ihn am Verklumpen. Die Öffnung mit kleinem, feinem
Sieb als Filter, zuschrauben; Öffnung mit dünnem Gummischlauch verlängern, macht sie
flexibel und gibt einen gewissen Schutz vor elektrischen Stromschlägen; beschriften; Öffnung
verschließbar machen, damit das Silikagel nicht feucht wird.
-
Stäuben
: Stäubegerät schütteln, um den Staub im Inneren aufzuwirbeln, denn gestäubt wird
der aufgewirbelte Staub aus dem Luftraum über der Staubschicht. Das Aufwirbeln wird durch
die Glaskugeln verstärkt; danach sofort das Schlauchende mit der Öffnung in den
Schlupfwinkel hineinpraktizieren, und in der folgenden Reihenfolge verfahren: