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Feuchtigkeit / Anhang B-2
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E. Scholl (1995)
werden. Dampf- und Windbremse innen (z.B. PE-Folie), die an den Stößen und an allen
Anschlüssen (z.B. an Querwänden, Dachgaupen, Installationsleitungen) muß mit Klebeband
winddicht verlegt, bzw. mit den Latten der Unterkonstruktion dicht angedrückt werden. Auch beim
Verlegen von Installationen (Strom, Heizung, Wasser, Abwasser) ist darauf zu achten, daß die
Dampf- und Windbremse nicht unterbrochen wird.
Die Ausführung von Dampf- und Windbremsen muß fugen- und löcherlos erfolgen, um den
Sogeffekt zu vermeiden, den kleinere Undichtigkeiten auslösen. Das vermeidet Bauschäden im
Vorfeld.
Feuchtigkeit an der Rückseite von Fliesenbelägen aufhalten und ableiten.
Winddichtende und feuchtigkeitssperrende Materialien zum Schutz vor zu starker Durchlüftung
oder Durchfeuchtung (Isolierung) unterbrechen die Selbstregulierung im natürlichen Austausch von
Wärme, Feuchte, Luft und Strahlung. Deshalb muß sehr sorgfältig geplant werden, gegen was und
wieviel und wo isoliert werden muß.
Winddichte: Windsperre immer an der Außenseite der Konstruktion anbringen;
wasserdampfdurchlässig.
Beim Dichten und Sperren: In unseren Breiten, wo es meistens innen wärmer als außen ist, zieht
die warme Luft durch die Wände nach außen und gibt (am Taupunkt) die Feuchtigkeit als
Kondendswasser ab. Der Taupunkt muß möglichst weit nach außen verlegt werden, damit die
Feuchtigkeit schnell hinaus kann. Offenporige Materialien sind Holz, Kalk- und Gipsputz, Ziegel
und Textilien, sofern die Oberfläche nicht mit einem dichten Anstrich versiegelt wird. Sie können
überschüssige Feuchtigkeit und Gerüche vorübergehend aufnehmen und beim Lüften wieder
abgeben. Dampfbremsen in Außenbauteilen wirken keinesfalls nachteilig auf das Raumklima,
wenn sie nur unter einer genügend sorptionsfähigen inneren Wandbekleidung liegen.
Schlecht isolierte Außenwände können mit einer 5-6 mm dicken Untertapete tapeziert werden,
wenn eine Außendämmung nicht in Frage kommt.
-> K
ÖNIG
1989
6.4. Fugen dichten:
Fugendichtung: Heutzutage meist mit Kunststoffen, z.B. mit Silikon oder UF-Schaum aus der
Dose. Alle industriellen Dichtungsmittel sind wegen der darin enthaltenen Vernetzer,
Weichmacher und Fungizide bedenklich. Bei unsachgemäßer Ausführung besteht die Möglichkeit
des nachträglichen Quellens oder der Lockerung durch Erschütterung.
Fugendichtung bei Innenwänden vor dem Verputzen, an Plattenstößen, an Ecken und an
Anschlüssen zu anderen Bauteilen mit einem 8-10 cm breiten Gazestreifen, der so anzubringen ist,
daß er später im Mörtel eingebettet werden kann. Vermeiden von durchgehenden Fugen zwischen
Dämmplatten und Sparren beim Einbau von Dämmplatten unterm Dach: leicht überbreit
zuschneiden und beim Einbau etwas stauchen; zweilagig mit versetzten Stößen einbauen,
Hohlräume und Fugen an den Rändern müssen ausgestopft werden. Dampf- und Windbremse
innen (z.B. PE-Folie), die an den Stößen und an allen Anschlüssen (z.B. an Querwänden,
Dachgauben, Installationsleitungen) mit Klebeband winddicht verlegt, bzw. mit den Latten der
Unterkonstruktion dicht angedrückt werden muß. Beim Verlegen von Installationen (Strom,