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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-4 / Mäuse
Die hauptsächlichen Arbeiten beim Management ökologischer Mäuse-Nischen sind Aufräumen,
Nahrungsentzug, Saubermachen, Feindförderung, Tiefenreinigung, Strukturänderung, häufige
Störungen und Biotop-"Entnetzung":
Aufräumen: Da - einfach ausgedrückt - jeder Kubikmeter Gerümpel Lebensraum für eine
Mäusesippe sein kann, entzieht jede Entrümpelung Mäusen Lebensräume (-> Grenzen). Ob eine
Entrümpelung vor oder nach einer Bekämpfungsaktion stattfinden sollte, muß von Fall zu Fall
entschieden werden.
Nahrungsentzug, Saubermachen: Im Haushalt sollten Lebensmittelvorräte mäusedicht aufbewahrt
werden, z.B. in dichtschließenden Blechdosen oder Gläsern mit Schraubverschluß, oder in
dichtschließenden Schränken. Heruntergefallene Lebensmittelreste aus angenagten Packungen in
staubigen Ecken und hinter Möbeln können ausreichen, um Mäuse am Leben zu halten, wenn auch
nicht unbedingt optimal. Deshalb sollte im Rahmen einer Tiefenreinigung alles sorgfältig entfernt
werden, was als Mäusenahrung in Frage käme.
Strukturänderung: Gebäude gegen Mäuse abdichten heißt gleichzeitig, sie winterfest zu machen.
Folgende Eigenschaften der Mäuse müssen dabei berücksichtigt werden:
- Mäuse lieben Wärme und dunkle Löcher.
- Sie passen durch winzige Öffnungen hindurch und sind schrecklich neugierig.
- Auf der Suche nach einem neuen Revier legen halbwüchsige Mäuse weite Strecken zurück und
werden sehr erfinderisch.
- Mäuse können sehr gut klettern und springen.
Paradebeispiel für die Mäuseanlockung sind Spalten entlang der Unterseiten von Haus- und
Kellertüren. Der Technical Guide 138 (US
A
RMY
E
NVIRONMENTAL
H
EALTH
A
GENCY
, 1991)
enthält ausführliche weitere Informationen über das Abdichten von Objekten zum Schutz vor
Mäusen.
Feindförderung: Wo Mäuse zum ständigen Problem werden, ist eine Wiederherstellung der
Lebensräume ihrer Freßfeinde in Erwägung zu ziehen. Wo Wiesel, Mauswiesel, Iltis, Fuchs, Igel,
Spitzmaus, Marder, Schlangen, Raubvögel, bes. (Schleier-) Eulen, Falken, Weihen und Bussarde
leben können, werden Mäuse kaum je zur Plage. (
EinTurmfalkenpaar fing zur Aufzucht von 5 Jungtieren
500 Mäuse. Nur bei Nahrungsmangel fressen Falken Vögel
). Besonders, wo Zecken und Lyme-disease zum
Problem werden, ist dies zu bedenken (-> Zecken). Allerdings ist die Tilgung von Mäusen mit
natürlichen Freßfeinden nie vollständig und darf dann auch nicht das angestrebte Ziel sein. Im
menschlichen Nahbereich können Katzen und kleine Hunde, z.B. Terrier helfen, die Mäuse in
Grenzen zu halten und von den Häusern fernzuhalten. Katzen- oder Hundefutter sollte allerdings
über Nacht entfernt werden. Katzen fangen mehr Mäuse, wenn sie es von ihrer Mutter lernen
konnten. Weibliche Katzen fangen i.d.R. mehr Mäuse, besonders, wenn sie Junge haben. Katzen
fangen auch mehr Mäuse, wenn sie nicht mit Alternativnahrung überfüttert werden.
Häufige Störungen: Wer beanspruchte Räume nutzt, schränkt allein dadurch die Lebensräume der
Mäuse ein. Wo dies nicht möglich ist, sollte die Weitergabe zur Nutzung durch andere erwogen
werden. Mäuse hassen beispielsweise Durchzug, Kälte und ständige Veränderung ihrer Umgebung.
Da sie sehr empfindlich sind, schränken all diese Arten von Streß ihre Lebensqualität erheblich ein,
gefährden die Aufzucht ihrer Jungen und verkürzen ihre Lebenserwartung.
Biotop-"Entnetzung":
- Lieferanten von befallenen Waren informieren; Quarantäne für Lieferungen; ggf. Lieferanten
wechseln;