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Schaben / Anhang B-9
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E. Scholl (1995)
Gerüche: nach Schaben, Pestiziden, Reinigungsmitteln, schlechtgewordenem Essen, Abfall,
Abfluß.
Befallsspuren: häufigste Schlupfwinkel der Deutschen Schabe sind Rohrdurchlässe von
Wasserrohren. Kotpartikel an den Eingängen der Schlupfwinkel, Häutungsreste; bei stärkerem
Befall Schabengeruch und tagsüber herumlaufende Schaben; bei vorausgegangener
Selbstbehandlung auch tote Schaben unter / hinter Möbeln; bei chronischem Befall schwarze
Krusten von Schabenkot an der Rückseite von Fliesen, in Kabelschächten und in elektrischen
Steckdosen. Schabenbefall in Deckennähe legt längere Fehlbehandlung mit repellierenden
Pestiziden nahe.
Bauliche Mängel; Risse und Durchlässe im Mauerwerk, vor allem hinter Fliesen, um Wasser- und
Heizungsrohre, Steckdosen und Elektrokabel herum, undichte Wasserhähne, verborgene Hohlräume
in Zwischenwänden und abgehängten Decken, Dunstabzügen, Lüftungsanlagen, Müllschlucker,
Essensaufzüge, Fließbänder, Geschirrspülmaschinen, Hohlräume in Transportwagen und Möbeln.
Management: Behandlung von schmutzigem Geschirr über Nacht, Aufbewahrung von feuchten
Putzlappen u.ä.; Länge der Arbeits- und Transportwege (besonders Essen und Reste /
Pfandflaschen / Müll, aber auch Zulieferer); Pausenregelung (Kaffeezubereitung und Aufwärmen
von mitgebrachtem Essen? wo überall essen die Mitarbeiter, was geschieht mit mitgebrachtem
Essen bis zum Verzehr, Essensresten und schmutzigem Geschirr?); Abfallbehandlung: Zustand der
Abfälle (und evtl. Kooperation der Mitarbeiter bzw. Erreichbarkeit durch Außenstehende),
Behälter, Sammelplätze und deren nähere Umgebung, Häufigkeit der Abholung; Aufbewahrung
von verpackten Lieferungen und Verpackungen; herumstehende Insektizide (meist Sprühdosen):
Wirkstoffarten und -mengen notieren, genaue Auskunft über deren Verwendung verlangen (wieviel,
wie oft, seit wann, was noch?).
Sonderfälle; Krankenhaus, Kindergarten, Zoo, Gefängnis, Flugzeug, Computer etc: R
UST
& al.
1995, S. 301 ff, -> Anhang A1, besondere Befallsorte.
Bei Verdacht auf vorausgegangene Pestizidanwendung Wisch-, Staubproben nehmen, nach jeweils
aktualisierten Empfehlungen behandeln / einfrieren.
Erörterung der Ergebnisse mit dem Auftraggeber.
Selbstbefragung: Übernahme oder Ablehnung der Verantwortung, Ablehnung ggf. begründen.
11.4. genaue Befallsermittlung
Inspektion bei Nacht
mit Gelb- oder Rotlicht (Taschenlampe), Grundrißzeichnung der befallenen
Strukturen, Schreibzeug. Befallsschwerpunkte kartieren
Nur, wenn die echte Inspektion bei Nacht nicht möglich ist: Inspektion mit Klebefallen oder
anderen Fallen, über Nacht ausgelegt.
Achtung. Klebefallen und Austreibespray sind gut zur Befallsermittlung. Als alleinige Maßnahme
zur Schabenbekämpfung sind sie
NICHT AUSREICHEND
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