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Schimmel / Anhang B-10
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E. Scholl (1995)
- Fußpilz;
- sonstige Pilzerkrankungen von Haut und Darm;
- verschimmelte Nahrung. Bevor Schimmel - beispielsweise auf Obst - außen als Rasen sichtbar
wird, hat er sich in deren Innerem mit seinen mikroskopisch dünnen Fäden längst weit
ausgebreitet. Selbst wer alles Angeschimmelte sofort wegwirft, kann sicher sein, noch jede
Menge Schimmel mitzuessen, ohne es zu wissen;
- Schimmelpilzrückstände in industriell verarbeiteter Nahrung. Besonders gemischte Fruchtsäfte
enthalten viel davon, wenn das Obst, aus dem sie gepreßt werden, nicht völlig frisch war.
Aflatoxine, die Schimmelpilzgifte, die manche Schimmelpilze während des Wachstums in kaum
nachweisbaren Mengen produzieren, gehören zu den stärksten Giften überhaupt. Akute
Vergiftungen kommen so gut wie nie vor, da die Mengen zu klein sind. Chronische Belastungen
sind kaum untersucht. Über die Wirkungsweise der Aflatoxine gehen die Meinungen (noch?) weit
auseinander. Sicher ist, daß sie kochfest sind und sehr haltbar. Das bedeutet, daß wir durchaus
Aflatoxine mit dem Fleisch eines Tieres aufnehmen können, dessen Futter verschimmelt war. Auch
über die Atemluft werden Aflatoxine aufgenommen, besonders aus dem Staub von verschimmeltem
Getreide. (R
EIß
1986, S. 143-148).
Die Beteiligung von Schimmelpilzen an der Gesamtbelastung der Menschen mit Reizstoffen wird
wohl vielfach unterschätzt. Es ist anzunehmen, daß Schimmelpilze auf vielfältige Weise Schäden
des Immunsystems, wie Allergien, Asthma und Infektanfälligkeit, sowie Aggressionen,
Depressionen, verschiedenen Hauterkrankungn u.a. verstärken.
Oft werden Schimmelpilzbestandteile aus Klimaanlagen und Luftbefeuchtern in der Luft verteilt.
Vermutet werden auch synergistische Zusammenhänge zwischen Amalgam-haltigen Zahnfüllungen
und Pilzerkrankungen des Darmes.
Schimmelrasen sind Nährboden für weitere Tiere, besonders Käfer und Milben, aber auch
Silberfischchen, Collembolen, Schaben u.a.
4. Ausbreitungsstrategie:
mikroskopisch kleine Sporen (= Art Samenkörner) fliegen durch die Luft und kommen überall hin)
5. Problematische Arten:
Da die Anzahl problematischer Schimmelpilzarten unüberschaubar groß ist, können hier nur einige
ausgewählte Beispiele stichwortartig gegeben werden.
Die Lebensdauer von Pilzsporen in der Luft hängt von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der
Sonneneinstrahlung ab. Da die UV-Strahlen der Sonne durchsichtige Sporen schnell abtötet,
überwiegen in der Luft die pigmentierten Sporen von Alternaria und Cladosporium. In Räumen
sind oft mehr Staubteilchen, die oft mit Schimmelpilzsporen beladen sind, und die Verdünnung
durch Luftbewegung ist vermindert. Da außerdem die abtötende Wirkung der UV-Strahlung hier
fehlt, können auch durchsichtige Sporen wesentlich länger überleben. In der Raumluft überwiegen
Trockenheitstolerante Arten von Aspergillus und Penicillium sowie Vertreter der Gattungen
Cladosporium, Alternaria, Aureobasidium, Aureobasidium [Pullularia], Mucor, Rhizopus und